BMW will bis Mitte 2027 rund 20 Prozent seiner obersten Führungsebene streichen und nennt dafür ausdrücklich künstliche Intelligenz als Abhilfe.
Wenn Unternehmen Stellen streichen, ist meist von Effizienz, Transformation oder veränderten Marktbedingungen die Rede. Künstliche Intelligenz als Begründung taucht in solchen Mitteilungen dagegen nur selten auf, schließlich will kaum ein Konzern die ohnehin verbreitete Sorge vor Jobverlusten durch KI befeuern. BMW macht es anders: Der Autobauer nennt die Technik ausdrücklich als Werkzeug, um sein oberes Management zu verkleinern. Über die Pläne berichtet unter anderem Bloomberg.
Konkret trifft es die Senior Vice Presidents, also die Hierarchiestufe unmittelbar unterhalb des Vorstands. Deren Zahl soll laut eines Strategiepapiers bis zur Mitte des Jahres 2027 um 20 Prozent sinken. Erreicht werden soll das, indem Bereiche zusammengelegt und dadurch Leitungsfunktionen überflüssig werden. Auch auf tiefere Ebenen werde das Folgen haben, so das Unternehmen.
Abbau über bestehendes Abfindungsprogramm
Laut einer mit der Konzernstruktur vertrauten Person gibt es bei BMW etwa 65 Topmanager sowie eine nachgeordnete Ebene mit ungefähr 400 Senior-Führungskräften. Unterm Strich fallen damit rund 100 Positionen weg. Vorstandschef Milan Nedeljkovic zufolge sitzt der Großteil der Betroffenen am Stammsitz in München. Umgesetzt wird der Abbau über ein bereits ausgehandeltes Abfindungsprogramm.
Finanzchef Walter Mertl setzt dabei auf agentische KI-Anwendungen, die quer durch alle Unternehmensbereiche zum Einsatz kommen sollen. Er verspricht sich davon kürzere Entscheidungswege, schlankere Strukturen und eine schnellere Entwicklung. Welche Systeme genau welche Managementaufgaben übernehmen sollen, ließ BMW offen.
(red)