Eine YouGov-Studie im Auftrag von Alibaba.com und dem bevh zeigt, dass wachstumsstarke KMU und jüngere Entscheider KI-Agenten deutlich aktiver nutzen.
Eine neue YouGov-Studie im Auftrag von Alibaba.com und dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) zeigt, dass KI-Agenten im deutschen Mittelstand insgesamt noch am Anfang stehen. Jüngere Entscheider und wachstumsstarke Unternehmen zeigen dabei bereits, welches Potenzial in der nächsten KI-Welle steckt.
Generative KI verbreitet, Agentic AI noch selten
Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen laut der Studie generative KI-Tools zumindest gelegentlich ein. Agentic AI, also eigenständig handelnde KI-Agenten, nutzt dagegen bislang erst rund ein Viertel der Befragten (24 Prozent). Bei KMU mit zehn oder mehr Mitarbeitenden liegt der Anteil mit rund 45 Prozent bereits deutlich höher.
Wo Unternehmen die größte Entlastung erwarten
Rund 40 Prozent der Befragten nennen Auftragsabwicklung und Kundenservice als zentrale Belastung, fast ein Drittel (32 Prozent) verweist auf administrative Überlastung, knapp 30 Prozent auf Innovationsdruck. Als konkreten Vorteil von KI-Agenten nennt rund ein Viertel (24 Prozent) die Unterstützung des Teams, knapp ein Fünftel (18 Prozent) erwartet konkrete Zeitersparnis in operativen Abläufen. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der KMU ab zehn Mitarbeitenden sieht zudem die Möglichkeit, durch KI-Agenten zwischen zehn und über 30 Prozent operativer Routineaufgaben einzusparen.
Vertrauen und Business Case als größte Hürden
Als wichtigste Hürden für eine breitere Nutzung nennen die Befragten mangelndes Vertrauen in die Technologie (32 Prozent) sowie einen noch nicht klar erkennbaren Business Case (31 Prozent), hinzu kommen Datenschutz- und Compliance-Bedenken. Patrick Sostmann, General Manager Alibaba.com Europe, ordnet die Ergebnisse so ein:
„Viele kleine und mittlere Unternehmen nutzen KI heute bereits, aber häufig noch punktuell. Die nächste Stufe besteht darin, KI-Agenten stärker in konkrete Geschäftsprozesse zu integrieren. Gerade jüngere Entscheider zeigen, welches Potenzial darin steckt: KI-Agenten können Märkte analysieren, Produktchancen identifizieren, Lieferanten bewerten, Verhandlungen vorbereiten und operative Aufgaben entlang des Geschäftsalltags übernehmen.“
Patrick Sostmann, General Manager Alibaba.com Europe
Bei Entscheidern unter 35 Jahren nutzt bereits jeder Dritte (33 Prozent) Agentic AI. In dieser Altersgruppe investiert zudem jeder Fünfte (22 Prozent) gezielt in KI-Weiterbildung, und mehr als ein Viertel (28 Prozent) sieht ohne KI-Agenten mittelfristig Risiken für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Auch beim Vertrauen in KI-gestützte Ergebnisse, etwa bei der Prüfung von Produktinformationen, Lieferantenangaben oder der Vorbereitung von Geschäftsdokumenten, liegen jüngere Entscheider deutlich vorn.
Wachstumsstarke KMU als Vorreiter
Bei Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitenden nutzen bereits rund 45 Prozent Agentic AI, mehr als jeder fünfte Betrieb (21 Prozent) in dieser Gruppe setzt sie sogar regelmäßig ein. Rund 30 Prozent dieser Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten gezielt in KI-Agenten investieren, im Gesamtdurchschnitt aller Befragten sind es 13 Prozent.
(red/Alibaba)