Barracuda erweitert sein Sicherheitsportfolio um eine Lösung, die Unternehmen bei der kontrollierten Nutzung generativer KI unterstützen soll.
Barracuda AI Data Security verbindet Transparenz über KI-Anwendungen, Datenschutz, Bedrohungserkennung und Governance und richtet sich insbesondere an Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen sowie Managed Service Provider.
KI-Nutzung trifft auf fehlende Kontrolle
Der schnelle Einsatz von KI in Unternehmen führt zunehmend zu einer Lücke zwischen Nutzung und Absicherung. Nach Untersuchungen von Barracuda Research geben knapp die Hälfte der befragten IT-Führungskräfte an, dass ihren Teams die notwendigen Kenntnisse fehlen, um die bereits eingesetzte KI angemessen zu steuern.
Auch der Umgang mit nicht freigegebenen Anwendungen spielt dabei eine Rolle. Barracuda verweist auf den „Cost of a Data Breach Report 2026“ von IBM, wonach 68 Prozent der von einem Datenschutzvorfall betroffenen Organisationen keine Richtlinien für das Management von KI oder die Erkennung von Shadow AI besaßen.
Barracuda AI Data Security soll hier ansetzen und Unternehmen eine zentrale Kontrollinstanz für den Umgang mit generativen KI-Anwendungen bieten.
Schutz für mehr als 1.300 KI-Dienste
Die Lösung basiert auf der Barracuda IQ AI Engine und unterstützt nach Angaben des Anbieters mehr als 1.300 generative KI-Tools. Dazu gehören unter anderem Microsoft Copilot, ChatGPT, Claude und Gemini.
Dabei werden mehrere Sicherheits- und Governance-Funktionen miteinander kombiniert. Die Software soll sensible Informationen wie Kundendaten, Zugangsdaten, Finanzinformationen oder proprietären Quellcode erkennen und verhindern, dass diese unkontrolliert an KI-Dienste übertragen werden.
Zusätzlich analysiert das System Eingaben auf verschiedene Bedrohungen. Dazu gehören unter anderem Prompt-Injection-Angriffe, Jailbreak-Versuche und bestimmte Inhalte, die gegen vorgegebene Richtlinien verstoßen. Die Erkennung orientiert sich dabei an den relevanten Risiken aus den OWASP Top 10 für Large Language Models.
Richtlinien und Nachweise sollen zentral verwaltet werden
Neben dem Schutz einzelner Eingaben steht die Steuerung der KI-Nutzung im Mittelpunkt. Unternehmen können Regeln für bestimmte Teams, Anwendungen und Datentypen definieren und damit festlegen, unter welchen Bedingungen KI eingesetzt werden darf.
Gleichzeitig protokolliert die Lösung KI-Interaktionen und stellt nach Angaben von Barracuda auditierbare Nachweise bereit. Exporte sollen beispielsweise für Prüfungen durch Wirtschaftsprüfer oder Versicherer genutzt werden können.
Damit soll nicht nur verhindert werden, dass sensible Daten unkontrolliert verarbeitet werden. Unternehmen sollen auch nachvollziehen können, wie KI im Arbeitsalltag eingesetzt wird und ob die festgelegten Vorgaben eingehalten werden.
Ausrichtung auf kleinere IT-Teams und MSPs
Barracuda positioniert die neue Lösung ausdrücklich für Organisationen, denen spezialisierte KI-Sicherheitsexpertise oder umfangreiche IT-Ressourcen fehlen. Die Bereitstellung soll innerhalb weniger Minuten möglich sein und auf vorkonfigurierten Funktionen zur Erkennung sensibler Daten aufbauen.
Die Verwaltung orientiert sich laut Anbieter an bekannten Firewall-Konzepten. Für die Konfiguration steht zudem der KI-Assistent Bailey von Barracuda zur Verfügung.
Für Managed Service Provider kommt eine mandantenfähige Verwaltung hinzu. Damit können MSPs mehrere Kundenumgebungen zentral betreuen und Richtlinien für unterschiedliche Unternehmen verwalten.
KI-Sicherheit wird zur eigenen Kontrollaufgabe
Neal Bradbury, Chief Product Officer bei Barracuda, sieht in der Geschwindigkeit der KI-Einführung eine neue Herausforderung für Unternehmen.
„Die Implementierung von KI schreitet schneller voran, als die meisten Unternehmen mithalten können. Dies stellt eine der dringendsten neuen Herausforderungen hinsichtlich Sicherheit und Compliance dar, mit denen Unternehmen heute konfrontiert sind“, sagt Bradbury.
Mit Barracuda AI Data Security will der Anbieter deshalb nicht nur einzelne KI-Anwendungen absichern, sondern verschiedene Bereiche von Datenschutz und Governance in einer Lösung zusammenführen.
Start im Oktober
Barracuda AI Data Security soll ab Oktober 2026 verfügbar sein. Nach Angaben des Unternehmens wird die Lösung außerdem ohne zusätzliche Kosten Bestandteil von Barracuda SecureEdge Premium Access.
(red/Barracuda)