Alibaba Cloud eröffnet binnen zwölf Monaten neue Rechenzentren in den Niederlanden, Finnland und der Türkei und baut sein globales Geschäft weiter aus.
Die Cloud-Sparte des chinesischen Technologiekonzerns Alibaba Group, Alibaba Cloud, will in den kommenden zwölf Monaten neue Rechenzentren in der Türkei, in Finnland und in den Niederlanden eröffnen. Das kündigte Li Feifei, Chief Technology Officer und Präsident des internationalen Geschäfts von Alibaba Cloud, am Mittwoch auf der hauseigenen Apsara-Konferenz in Hangzhou an, die noch bis Donnerstag läuft.
Start in den Niederlanden im Oktober
Das erste der neu angekündigten Rechenzentren soll bereits im Oktober in den Niederlanden in Betrieb gehen. Li erklärte, das Unternehmen wolle mit dem Ausbau seine globale Cloud-Infrastruktur erweitern, um Rechenressourcen näher an Kunden und Partner zu bringen:
„Wir erweitern unseren globalen Cloud-Fußabdruck, um Rechenressourcen näher an Kunden und Partner zu bringen.“
Li Feifei, Chief Technology Officer und Präsident des internationalen Geschäfts von Alibaba Cloud
Als Begründung nannte sie, dass Unternehmen zunehmend von ersten KI-Experimenten zum tatsächlichen produktiven Einsatz der Technologie übergingen.
Neben den drei neuen Standorten kündigte Alibaba Cloud an, bestehende Kapazitäten in Malaysia, Deutschland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Frankreich und Hongkong zu erweitern. In Frankreich hatte das Unternehmen erst im Juni zwei neue Verfügbarkeitszonen in Paris eröffnet, nachdem es zuvor eine Partnerschaft mit dem europäischen Fußballverband UEFA geschlossen hatte.
Hintergrund: milliardenschwere Investitionen in KI und Cloud
Der aktuelle Ausbau folgt auf eine bereits im September 2025 auf derselben Konferenz angekündigte internationale Expansionsstrategie, in deren Rahmen Alibaba Cloud unter anderem seine ersten Rechenzentren in Brasilien, Frankreich und den Niederlanden sowie weitere Standorte in Mexiko, Japan, Südkorea, Malaysia und Dubai in Aussicht gestellt hatte. Der Konzern hatte im Februar 2025 zugesagt, in den folgenden drei Jahren mindestens 380 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 53 Milliarden US-Dollar, in den Ausbau seiner KI- und Cloud-Infrastruktur zu investieren. Konzernchef Eddie Wu erklärte im Mai 2026, die tatsächlichen Investitionsausgaben würden die zuvor in Aussicht gestellten 56 Milliarden US-Dollar über fünf Jahre voraussichtlich deutlich übersteigen.
Wettbewerb mit AWS und Microsoft Azure
Mit dem beschleunigten Ausbau positioniert sich Alibaba Cloud zunehmend als internationaler Konkurrent der US-Anbieter Amazon Web Services und Microsoft Azure. Nach eigenen Angaben betreibt das Unternehmen mittlerweile mehr als 90 Verfügbarkeitszonen in rund 30 Regionen weltweit.
Alibaba Cloud kündigte auf der Konferenz zudem Partnerschaften mit Unternehmen wie Panasonic Digital, Unity China, dem indonesischen Logistikkonzern Lion Parcel, dem malaysischen Unterhaltungsunternehmen Loomi Entertainment sowie dem Business-Software-Anbieter Shake an.
(red)