Google hat die Vorbestellung seiner neuen Googlebook-Laptops ab 899 US-Dollar gestartet, die vollständig um den KI-Assistenten Gemini aufgebaut sind.
Google hat am Montag die Vorbestellung seiner neuen Laptop-Reihe Googlebook eröffnet. Die Geräte sollen ab dem 4. Oktober in den USA sowie einen Tag später in Kanada, Großbritannien, Irland, Frankreich, Deutschland und Australien in den Handel kommen.
Start ab 899 US-Dollar mit zwei Prozessor-Optionen
Die Einstiegspreise liegen bei 899 US-Dollar. Zum Marktstart stehen laut einem Blogbeitrag von Google wahlweise Intel-Core-Ultra-Series-3- oder Snapdragon-X-Elite-Prozessoren zur Verfügung, jeweils kombiniert mit einer NPU für KI-Funktionen. Google gibt die Akkulaufzeit mit bis zu 14 Stunden an. Vorgestellt hatte Google die neue Gerätekategorie bereits im Mai 2026 auf der Entwicklerveranstaltung The Android Show als Nachfolger der Chromebook-Reihe, von der nach Angaben des Unternehmens weltweit rund 50 Millionen Geräte an Schulen im Einsatz sind. Alexander Kuscher, bei Google für den Bereich Laptops und Tablets zuständig, beschrieb den Ansatz so:
„Beim Übergang von Betriebssystemen zu Intelligenzsystemen hatten wir die Gelegenheit, neu zu überdenken, was ein Laptop sein sollte.“
Alexander Kuscher, bei Google für den Bereich Laptops und Tablets zuständig
Der Cursor als Zugang zu Gemini
Zentrales Element der Googlebooks ist ein KI-gestützter Cursor namens Magic Pointer, über den sich Gemini direkt in gewohnte Bedienabläufe einbinden lässt. Nutzer können damit etwa Inhalte auf einer Webseite markieren und von Gemini weiterverarbeiten lassen, eine verdächtig wirkende E-Mail von Gemini prüfen lassen oder mehrere ausgewählte Bilder gemeinsam visualisieren lassen. Mit der Funktion Create My Widget lassen sich zudem eigene Desktop-Widgets einfach per Beschreibung erstellen, etwa unter Einbindung von Diensten wie Gmail oder Kalender. Eine weitere Funktion namens Rambler wandelt unstrukturierte, gesprochene Gedanken in lesbaren Text um.
Enge Verzahnung mit Android-Smartphones
Über die Funktion Cast My Apps lassen sich Android-Apps direkt vom Smartphone auf dem Laptop öffnen, ohne dass sie separat installiert werden müssen. Über die Funktion Continue On erscheinen die Symbole aktuell auf dem Smartphone genutzter Apps in der Taskleiste des Laptops und lassen sich dort mit einem Klick fortsetzen. Die Funktion Quick Access ermöglicht zudem den Zugriff auf Dateien, die auf dem Smartphone gespeichert sind, direkt über die Dateien-App des Laptops. Für iPhone-Nutzer steht lediglich eine eingeschränkte App namens Link to iOS zur Verfügung, die Nachrichten synchronisiert. Für diese Funktionen ist laut Google mindestens Android 17 auf dem verbundenen Smartphone erforderlich. Für Gaming bindet Google zudem Nvidias Streamingdienst GeForce Now ein, dessen erstes Jahr beim Kauf eines Googlebooks kostenlos enthalten ist.
Fünf Hersteller, ein gemeinsames Designelement
Die ersten Geräte werden von den Herstellern Acer, Asus, Dell, HP und Lenovo gefertigt, unter Verwendung von Materialien wie Aluminium, Magnesiumlegierung und Kohlefaser. Ein gemeinsames Designmerkmal aller Modelle ist der sogenannte Glowbar, ein leuchtender Streifen am Gehäuse, der beim Hochfahren animiert wird, den Akkustand anzeigen kann und weitere Muster unterstützt. Google öffnet diese Funktion zudem für Entwickler, die eigene interaktive Animationen dafür gestalten können.
Beobachter sehen im Googlebook auch einen Versuch, einen Teil des Bildungsmarkts, der bislang stark auf klassische Chromebooks setzt, schrittweise zu Googles Gemini-KI zu führen. Bereits im Mai hatte Google mitgeteilt, bestehende Chromebooks würden weiterhin unterstützt, viele davon aber künftig zu einer Googlebook-Erfahrung wechseln können.
Erste Testeindrücke
Ein Tester von The Verge, der bereits Zugriff auf erste Geräte hatte, beschreibt die Hardware als ausgereift und das Betriebssystem als vertraut für frühere Chromebook-Nutzer. Besonders hervorgehoben wird die Verzahnung von Android-Smartphone und Laptop, die beide Geräte stärker wie ein einziges System wirken lasse. Unter den getesteten Modellen fielen laut dem Bericht das leichte Asus-Gerät, das gut ausgestattete Lenovo-Modell mit passender Maus, das wandelbare und vergleichsweise günstige Acer-Gerät, das HP mit gutem Bildschirm sowie das an ein XPS 13 erinnernde Dell-Modell auf.
(red)