Nur noch für Partner

VMware schränkt VDDK für Migrationen erheblich ein

VMware
Bildquelle: Michael Vi/Shutterstock.com

Wer virtuelle Maschinen bislang mit Hilfe des Virtual Disk Development Kit (VDDK) von VMware auf andere Plattformen migriert hat, steht vor einem Problem: VMware hat die öffentlichen Downloads des SDK eingestellt.

Technisch handelt es sich beim VDDK um eine Sammlung von Bibliotheken, Tools und Schnittstellen für den Zugriff auf virtuelle VMware-Festplatten. Gedacht war das Kit ursprünglich für Backup, Recovery und das Klonen von VMs. Weil sich damit VMs aber auch relativ unkompliziert aus einer bestehenden VMware-Landschaft herauslösen lassen, hat sich rund um das SDK eine ganze Reihe von Migrationswerkzeugen entwickelt.

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So verwendet etwa Nutanix das Kit in seinem Migrationstool Move, während Red Hat es für den Wechsel in die eigene Virtualisierungsumgebung empfiehlt. Auch bei Migrationen von VMware zu KVM kommt VDDK in manchen Tools als Transportschicht zum Einsatz.

Zugang künftig exklusiv für Technologiepartner

Laut The Register verschwanden die Download-Seiten ohne jede Vorwarnung von der VMware-Website. Vollständig eingestellt wird das SDK dadurch aber nicht: Ausgewählten Technology Alliance Partners bleibt der Zugriff erhalten, sofern ihre Anwendungen aus VMwares Sicht innerhalb der erlaubten Lizenznutzung liegen.

Und genau hier liegt der Knackpunkt: VMware sieht in Backup und Recovery die einzig zulässige Verwendung des Kits, nicht aber in der Migration zu fremden Plattformen. Der Hersteller betont zudem, dass der Zugriff auf VDDK ohnehin nie automatisch Teil einer VMware-Lizenz war, sondern separat und mit eigenen Bedingungen geregelt ist. Für Backup- und Recovery-Zwecke verweist VMware Kunden auf Angebote seiner zertifizierten Partner.

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Auswirkungen auf laufende Migrationsprojekte

Besonders unangenehm dürfte der plötzliche Wegfall für all jene sein, deren Migrationsprozesse fest auf VDDK aufbauen. Ein Beispiel liefert Integrator ShapeBlue: In der Dokumentation zu Apache CloudStack fand sich demnach noch ein Verweis auf die inzwischen tote Download-Seite.

Der Zugriff bleibt also ungleich verteilt. Große Softwarehäuser mit Partnerstatus bei VMware können weiterhin auf das Kit zugreifen, kleinere Anbieter von Migrationssoftware, Open-Source-Initiativen und Unternehmen, die ihre VMs in Eigenregie umziehen wollen, dagegen nicht.

Ganz unmöglich wird eine Migration weg von VMware dadurch trotzdem nicht, es gibt auch Ansätze ohne VDDK. Wer seinen Prozess aber bislang darauf aufgebaut hat, muss mit Störungen oder zusätzlichem Aufwand rechnen.

Praktisch dürfte sich dieser Effekt aber in Grenzen halten. Das reine Kopieren der VM-Images ist nur ein Teilschritt einer Migration, Netzwerk, Storage, Sicherheitskonzepte und der Neuaufbau der gesamten Virtualisierungsumgebung machen erfahrungsgemäß den deutlich größeren Anteil der Arbeit aus.

(red)

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