Der italienische App-Konzern Bending Spoons greift erneut zu: Nach der gerade abgeschlossenen Übernahme von Airtable sichert sich das Mailänder Unternehmen nun auch die Kollaborationsplattform Miro.
Bending Spoons hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Miro unterzeichnet. Der Transaktion liegt ein Unternehmenswert von rund 1,36 Milliarden US-Dollar zugrunde. Rechnet man Miros liquide Nettomittel dazu, ergibt sich ein Eigenkapitalwert von rund 1,79 Milliarden US-Dollar.
Miro: Vom Whiteboard-Tool zum KI-first Workspace
Miro gibt es seit 15 Jahren, und aus dem einstigen digitalen Whiteboard ist längst eine umfassende Kollaborationsplattform geworden. Mehr als 250.000 Organisationen haben die Software fest in ihre Arbeitsabläufe integriert, knapp vier Millionen zahlende Nutzer weltweit setzen auf das Tool, darunter über 750 Kunden mit einem jährlichen wiederkehrenden Umsatz (ARR) von mehr als 100.000 US-Dollar. Insgesamt kommt Miro derzeit auf einen ARR von rund 600 Millionen US-Dollar, fast 90 Prozent davon aus dem Business- und Enterprise-Segment.
Miro-Mitgründer und CEO Andrey Khusid blickt in einem Statement auf die Firmengeschichte zurück: „Wir haben Miro vor 15 Jahren gegründet, um Teams einen gemeinsamen Ort zum Denken und für die Umsetzung von Ideen zu geben. Daraus ist mehr geworden: ein KI-first Workspace, über den Teams ihre wichtigste Arbeit abwickeln.“ Die beste Version von Miro stehe seiner Ansicht nach noch bevor, und die Partnerschaft mit Bending Spoons solle genau dabei helfen, diese Vision mit dem nötigen Ambitionsniveau umzusetzen.
Bending Spoons setzt weiter auf etablierte Produkte
Für Bending Spoons passt der Zukauf ins gewohnte Muster: Das Unternehmen setzt seit Jahren auf die langfristige Übernahme und den Weiterbetrieb etablierter digitaler Produkte, statt selbst von null aufzubauen. Erst in der vergangenen Woche hatte man die Übernahme von Airtable abgeschlossen, jetzt folgt schon der nächste große Name.
CEO und Mitgründer Luca Ferrari macht deutlich, wohin die Reise nach dem Closing gehen soll: erhebliche Investitionen in genau die Grundlagen, die Miro-Kunden besonders schätzen, also Performance, Zuverlässigkeit und Funktionen für kollaboratives Arbeiten an unternehmenskritischen Projekten. „Wir übernehmen Unternehmen mit der Absicht, sie langfristig zu besitzen und zu betreiben, und Miro wird da keine Ausnahme sein“, so Ferrari.
(red)