Kürzere Laufzeiten ab 2029

Zertifikatsausfälle werden für Firmen teurer

Zertifikat

Laut einer DigiCert-Umfrage kostete fast jeder vierten Organisation ihr schwerster Zertifikatsvorfall mehr als 250.000 US-Dollar.

Der Anbieter von digitalen Sicherheitszertifikaten DigiCert hat die Ergebnisse seines „Certificate Management Outlook“ veröffentlicht. Für die Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen Propeller Insights im Mai 2026 im Auftrag von DigiCert 1.001 IT- und Cybersicherheitsentscheider in den USA, im Vereinigten Königreich und in Australien; Daten für Deutschland oder den übrigen europäischen Markt liegen nicht vor.

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Kosten und Ausfallzeiten steigen

Fast jede vierte befragte Organisation gab an, dass ihr schwerwiegendster Zertifikatsvorfall mehr als 250.000 US-Dollar gekostet habe. Das ist ein Anstieg von 5 Prozentpunkten gegenüber der Vorjahresbefragung. Mehr als ein Drittel der Organisationen erlebte im vergangenen Jahr einen Dienstausfall durch ein abgelaufenes Zertifikat. Fast drei Viertel der Betroffenen meldeten dabei mindestens fünf Stunden zertifikatsbedingte Ausfallzeit, jede fünfte Organisation sogar 25 Stunden oder mehr. 40 Prozent der Befragten verzeichneten insgesamt Dienstausfälle aufgrund von Problemen im Zertifikatsmanagement, mehr als die Hälfte zeigte sich sehr oder äußerst besorgt über den Ablauf von Zertifikaten.

Automatisierung als erklärte Priorität, aber noch selten umgesetzt

Mehr als die Hälfte der Befragten stuft Zertifikatsausfälle mittlerweile als Infrastrukturproblem ein, das über die Zuständigkeit einzelner Sicherheitsteams hinausgeht. Automatisiertes Zertifikatslebenszyklus-Management liegt laut Umfrage inzwischen auf Platz drei der Cybersicherheitsprioritäten der befragten Organisationen, noch vor vereinfachter Compliance, standardisierter IoT-Sicherheit und dem Ausbau von Zero-Trust-Konzepten. Bei der Umsetzung hinkt die Praxis dem jedoch hinterher: Nur 10 Prozent der Befragten gaben an, bereits über eine funktionierende Automatisierung zu verfügen.

Als größte Hürde nannten 25 Prozent die Inkompatibilität mit älteren Bestandssystemen, gefolgt von Budgetbeschränkungen mit 21 Prozent. Beim Vorbereitungsgrad auf kürzere Zertifikatslaufzeiten zeigen sich zudem Unterschiede zwischen den Märkten: Während sich in den USA 74 Prozent der Organisationen aktiv vorbereiten, sind es in Großbritannien 71 Prozent und in Australien 62 Prozent; insgesamt bereiten sich laut Umfrage 30 Prozent noch nicht aktiv vor.

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Kürzere Laufzeiten ab 2029 erhöhen den Aufwand

Nach Angaben von DigiCert verschärft sich der Handlungsdruck zusätzlich, weil sowohl die Zahl der ausgestellten Zertifikate steigt als auch deren Gültigkeitsdauer sinkt: Fast drei Viertel der Organisationen erwarten in den kommenden zwei Jahren steigende Zertifikatsmengen, mehr als die Hälfte verwaltet bereits über 1.000 Zertifikate. Ab 2029 sollen laut Branchenregeln öffentliche TLS-Zertifikate nur noch 47 Tage statt bisher deutlich länger gültig sein, zudem darf eine einzelne Domain-Validierung künftig nur noch 10 Tage wiederverwendet werden. Für ein Unternehmen mit 1.000 öffentlichen TLS-Zertifikaten könnte dies laut DigiCert rund 8.000 Zertifikatsausstellungen und 40.000 Domain-Validierungen pro Jahr bedeuten. Mike Nelson, Field CTO bei DigiCert, erklärte dazu:

„Ein abgelaufenes Zertifikat kann einen kritischen Dienst genauso schnell lahmlegen wie jeder andere Infrastrukturausfall. Da die Zertifikatslaufzeiten auf 47 Tage schrumpfen, lassen sich Tabellen und Kalendererinnerungen schlicht nicht skalieren. Organisationen müssen jedes einzelne Zertifikat kennen, das sie besitzen, wissen, wo es liegt und wer dafür verantwortlich ist, und dann den Lebenszyklus automatisieren, bevor aus einem übersehenen Ablaufdatum ein Betriebsausfall wird.“

Mike Nelson, Field CTO bei DigiCert

(red/Digitcert)

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