90 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Europa erlitten im vergangenen Jahr Cybervorfälle. Neben Kundendaten stehen strategische Unternehmensinfos im Fokus.
Laut einer aktuellen Kaspersky-Befragung unter 1.800 Entscheidern waren 90 Prozent der europäischen KMU im vergangenen Jahr von mindestens einem Sicherheitsvorfall betroffen. Als häufigste Ursachen für schwerwiegende Störungen nannten jeweils 10 Prozent der Unternehmen klassische Malware sowie den Missbrauch legitimer Administrator-Werkzeuge, gefolgt von Phishing und Schwachstellen im Umfeld von KI-Anwendungen mit jeweils 8 Prozent. Die Kriminellen zielten dabei vorrangig auf sensible Informationen: In 28 Prozent der Fälle griffen sie personenbezogene Kundendaten ab, gefolgt von vertraulichen Details zur Geschäftsstrategie mit 26 Prozent sowie Finanz- und Rechtsdokumenten mit 25 Prozent.
Interne Fachteams von Cyberangriffen betroffen
Die Auswirkungen solcher Sicherheitsverstöße reichen weit über reine IT-Probleme hinaus. Bei 24 Prozent der betroffenen Betriebe führten die Vorfälle zu personellen Konsequenzen wie Entlassungen oder notwendigen Neueinstellungen. Zudem verloren 20 Prozent der Unternehmen vorübergehend die Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur, während 19 Prozent mit Dienstausfällen oder finanziellen Einbußen kämpften. Die Hauptlast der Angriffe trugen dabei die internen Fachteams: In 53 Prozent der schwerwiegendsten Fälle war die IT-Sicherheitsabteilung direkt betroffen, gefolgt von der regulären IT mit 47 Prozent und dem Finanzbereich mit 26 Prozent.
Reaktionen und technische Gegenmaßnahmen
Als Reaktion auf die gestiegene Bedrohungslage investieren viele Mittelständler in organisatorische und technische Schutzmechanismen. So installierten 30 Prozent der Befragten neue Sicherheitssoftware auf den Endgeräten der Beschäftigten. Ein Viertel der Betriebe schärfte die Passwortvorgaben nach, während 24 Prozent regelmäßige Schwachstellen-Analysen etablierten.
„Cybervorfälle können kleine und mittlere Unternehmen weitaus härter treffen als die öffentlich gewordenen Datenlecks bekannter Konzerne; für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen kann jeder Vorfall die Existenz bedrohen.“
Ilya Markelov, Head of Unified Platform Product Line bei Kaspersky
(Kaspersky/red)