Senior-Kräfte gesucht

IT-Entscheider: Cyber-Nachwuchs fehlt KI-Kompetenz

Fachkräfte

Laut einer Cisco-Studie vermissen 44 Prozent der IT-Entscheider KI-Skills beim Nachwuchs. Zugleich steigt der Bedarf an Senior-Experten.

Der weltweite Mangel an Cybersecurity-Fachkräften verschärft sich zusehends. Bei einem jährlichen Nachfrageplus von rund zehn Prozent fehlen global bereits 4,8 Millionen Expertinnen und Experten. Gleichzeitig verändert der verstärkte Einsatz autonomer Systeme und moderner KI-Modelle das Berufsbild grundlegend. Wie der aktuelle Report „AI Agents and the Impact on Cybersecurity“ des AI Workforce Consortiums zeigt, verlagern sich die Anforderungen von reinen Programmier- und Routineaufgaben hin zur Steuerung, Validierung und kritischen Bewertung von KI-Ergebnissen.

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Bildquelle: Cisco

Rhythmuswechsel am Arbeitsmarkt: Senior-Kräfte gesucht

Dieser Wandel schlägt sich deutlich in den Stellenausschreibungen nieder. Die Nachfrage nach Sicherheitsfachkräften mit ausgewiesenen KI-Kenntnissen hat sich im Jahresvergleich verdoppelt. Besonders gefragt sind sogenannte Soft Skills und analytische Fähigkeiten: Der Bedarf an ethischem Urteilsvermögen stieg um 533 Prozent, systemisches Denken legte um 251 Prozent zu.

Unter dieser Entwicklung leiden vor allem Berufseinsteiger. Da Künstliche Intelligenz zunehmend einfache Analyse- und Überwachungsaufgaben übernimmt, suchen Unternehmen primär nach erfahrener Verstärkung. Zwischen Oktober 2025 und März 2026 stieg die Zahl der Ausschreibungen für Senior-Positionen um 65 Prozent, während Stellen für Junior-Kräfte lediglich um 5,9 Prozent zulegten.

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Bildquelle: Cisco

Deutsche IT-Entscheider sehen Wissenslücken

In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild. Eine begleitende Cisco-Befragung unter Sicherheitsverantwortlichen ergab, dass beim Cybernachwuchs vor allem die praktische Erfahrung mit KI-Agenten (44 Prozent), die technische Tiefe (50 Prozent) sowie kritisches Denken (38 Prozent) fehlen. Gleichzeitig gaben 34 Prozent der deutschen Befragten an, vorrangig in die KI-gestützte Automatisierung von Sicherheitslösungen investieren zu wollen – der höchste Wert unter allen untersuchten Investitionsbereichen.

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Forderung nach praxisorientierter Ausbildung

Um den Nachwuchs besser auf die veränderten Rahmenbedingungen vorzubereiten, fordern Branchenexperten eine schnelle Anpassung der Lehrpläne an Hochschulen und Bildungseinrichtungen. Der Fokus müsse stärker darauf liegen, wie von KI erzeugte Analyseergebnisse kritisch hinterfragt und verifiziert werden können. Zudem brauche es bei der Rekrutierung einen schrittweisen Wechsel weg von starren Anforderungsprofilen hin zu einer kompetenzbasierten Bewertung von Potenzialen.

„KI-basierte Cybersicherheit entfaltet ihre volle Wirkung nur durch kompetente Mitarbeitende. Unternehmen und Beschäftigte, die diese Entwicklung bewusst mitgehen, werden im Wettbewerb bestehen können.“

Michael von der Horst, Cybersicherheitsexperte bei Cisco

(Cisco/red)

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