Zweifel an Zuverlässigkeit des Supports

X Money untersucht Welle verdächtiger Passwort-Zurücksetzungen

X Money
Bildquelle: Koshiro K/Shutterstock.com

Elon Musks Plattform X untersucht derzeit eine Welle verdächtiger Passwort-Zurücksetzungsanfragen bei zahlreichen Nutzerkonten.

X Money erlaubt es Nutzern, sich gegenseitig sofort Geld auf der Plattform zu senden, und wurde von Musk wiederholt als Möglichkeit beworben, künftig ganz ohne klassisches Bankkonto auszukommen. In dieser Woche kündigte X zudem an, sämtliche Auszahlungen an US-amerikanische Kreative künftig über X Money statt wie bisher über den Dienstleister Stripe abzuwickeln, der fortan nur noch für Kreative außerhalb der USA zuständig sein soll. Der Dienst wirbt zusätzlich mit bis zu 6 Prozent Zinsen auf bestimmte Einlagen sowie sofortigen Zahlungen.

Anzeige

X-Produktingenieur Mridul Singhai bestätigte die laufende Untersuchung und erklärte, Angreifer schienen offenbar zu glauben, sich damit unautorisierten Zugriff auf fremde Konten verschaffen zu können. Man untersuche den Vorfall aktiv und habe bislang keine Hinweise auf tatsächliche Sicherheitsverletzungen gefunden. US-Justizminister Todd Blanche äußerte sich ebenfalls öffentlich und versprach, man werde bei der Verfolgung der Täter „vor nichts zurückschrecken“. Das Justizministerium arbeite eng mit X zusammen, um die für die Angriffswelle Verantwortlichen aufzuspüren. X-Chefjustiziar James Burnham warnte zudem knapp:

„Legt euch nicht mit X an.“

James Burnham, X-Chefjustiziar

Anzeige

Die eigenen Rechts- und Sicherheitsteams würden die Verantwortlichen konsequent verfolgen.

X Money: Kritiker zweifeln an Zuverlässigkeit des Supports

Die US-Senatorin Elizabeth Warren hatte bereits im Vorfeld des Starts von X Money in einem offenen Brief an Musk vor möglichen Risiken für Verbraucher, nationale Sicherheit und die Stabilität des Finanzsystems gewarnt und Musks bisherige Führung von X als wenig vertrauenerweckend für eine verantwortungsvolle Expansion in den Finanzsektor bezeichnet. Sie verwies dabei zudem auf frühere Berichte, wonach auch von den USA sanktionierte Personen, darunter Mitglieder der Hisbollah und der Houthi-Bewegung, weiterhin verifizierte Konten auf der Plattform erwerben und darüber Spenden sammeln konnten. Ron Shevlin, Chefanalyst beim Beratungsunternehmen Cornerstone Advisors, äußerte sich auf LinkedIn ähnlich skeptisch und merkte an, Musk habe eine Geschichte vorschneller Produktankündigungen und Zeitpläne, ein Muster, das relevant werde, sobald Menschen darum gebeten würden, tatsächliches Geld irgendwo einzuzahlen.

Da Musk die Belegschaft bei X nach der Übernahme 2022 deutlich reduziert hatte, könnten die verbliebenen, eher schlanken Supportteams bei wachsender Beliebtheit des Dienstes an ihre Grenzen stoßen, anders als bei klassischen Banken, die üblicherweise über große eigene Teams zur Bearbeitung von Streitfällen verfügen. Mehrere X-Nutzer beklagen bereits jetzt, dass sich das Unternehmen nur schwer dazu bewegen lasse, gemeldete Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen zu untersuchen oder irrtümlich gesperrte Konten wieder freizugeben.

Nach eigenen Angaben von X ist jede Kartentransaktion über die Sicherheits- und Risikomanagementfunktionen von Visa abgesichert, zudem sollen Guthaben über das hauseigene Cash-Sweep-Programm bis zu 10 Millionen US-Dollar durch die staatliche Einlagensicherung FDIC geschützt sein. Laut den eigenen Nutzungsbedingungen von X Money hängt die Haftung für unautorisierte elektronische Überweisungen jedoch maßgeblich davon ab, wie schnell ein Nutzer einen Vorfall nach dessen Entdeckung tatsächlich meldet, wodurch auch bei einer grundsätzlich durch Visa abgesicherten Zahlung keine vollständige Erstattung sämtlicher betrügerischer Abbuchungen garantiert ist.

(red)

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.