Anthropic hat sein neues Spitzenmodell in zwei Varianten veröffentlicht: Fable 5.1 und Mythos 5.1. Beide bringen laut Hersteller nicht nur mehr Leistung, sondern arbeiten auch mit weniger Tokens und blockieren seltener unbedenkliche Anfragen.
Mythos 5.1 richtet sich weiterhin ausschließlich an registrierte Partnerunternehmen aus der Cybersicherheits- und der Biowissenschaftsbranche, genau wie schon die vorherige Mythos-Version. Für alle anderen Kunden ist Fable 5.1 gedacht. Diese Variante ohne die zusätzlichen Einschränkungen lässt sich ab heute über gängige Cloud Plattformen sowie über die Anthropic-API nutzen.
Beim Preis verlangt Anthropic 10 US-Dollar je eine Million Eingabe-Tokens und 50 US-Dollar je eine Million Ausgabe-Tokens. Für das Lesen aus dem Zwischenspeicher fallen künftig 0,25 US-Dollar je eine Million Tokens an, ein Rückgang von 75 Prozent gegenüber Fable 5. Dadurch sollen sich die Kosten für typische Arbeitslasten um etwa 25 Prozent verringern, bei stark agentisch arbeitenden Anwendungen sogar um bis zu rund 45 Prozent.
Modelle laufen künftig auch beim Kunden
Ein wichtiger Punkt der Ankündigung ist die Unterstützung für Zero Data Retention. Unternehmen können die Modelle damit auf eigener Infrastruktur betreiben, ohne dass dabei Daten an Anthropic übertragen werden. Bislang war dies bei Fable aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der neue Dienst heißt Enterprise Frontier Safeguards und soll im Herbst für Kunden freigeschaltet werden. Anthropic überwacht die Nutzung weiterhin auf Missbrauch, sowohl durch Menschen als auch durch Agenten. Wie diese Überwachung im Detail abläuft, sollen künftig aber die Kunden selbst bestimmen.
Anthropic erklärte zudem, dass niemals unautorisiert auf Unternehmensdaten zugegriffen worden sei. Für das Training eigener Modelle nutze man solche Daten nur mit ausdrücklicher Zustimmung der jeweiligen Kunden.
Anthropic meldet neue Bestwerte
Die neuen Modelle erzielen nach Angaben von Anthropic in mehreren Benchmarks neue Bestwerte. Genannt werden unter anderem Terminal Bench 4.0, ein Test für Programmieraufgaben über die Kommandozeile, sowie Humanity’s Last Exam zur Bewertung allgemeiner Denkfähigkeiten. Vor der Veröffentlichung sollen die Modelle außerdem drei eigenständige wissenschaftliche Ergebnisse geliefert haben. Dazu zählen eine Optimierung für GPUs sowie eine hochauflösende Karte der Venusoberfläche, die aus bereits vorhandenen Aufnahmen zusammengesetzt wurde.
System Card sieht geringes Risiko bei Selbstverbesserung
Wie üblich veröffentlichte Anthropic parallel zum Start eine ausführliche System Card. Diese stuft Mythos beim Thema autonome KI-Entwicklung, also der Fähigkeit eines Modells, die eigene Forschung voranzutreiben, als risikoarm ein. Das Tempo, mit dem das Modell interne KI-Forschung beschleunigen kann, entspreche dem aktuell üblichen Fortschritt.
Beim allgemeinen Fehlverhalten fällt Mythos 5.1 im Vergleich zu Opus 5 laut System Card etwas ab, was möglicherweise an den erweiterten Fähigkeiten des Modells liegt. Im Vergleich zur Vorgängerversion Mythos 5 und zu Sonnet 5 verbessert sich das Modell dagegen. Es lässt sich demnach etwas leichter dazu bewegen, bei Missbrauch mitzuwirken, und akzeptiert unbestätigte Behauptungen über eine Autorisierung eher als Opus 5. Gleichzeitig hält es sich zuverlässiger an klar formulierte Vorgaben, erfindet seltener Eingaben und behauptet seltener fälschlich, eine Aufgabe erledigt zu haben.
(red)