Datensicherheit als Sorgenthema

Cybersicherheitsvorfälle in der Lohnabrechnung nehmen deutlich zu

Gehalt

Eine globale Umfrage des Anbieters ADP zeigt, dass immer mehr Unternehmen Cybersicherheitsvorfälle mit Auswirkungen auf ihre Lohn- und Gehaltsabrechnung erleben.

Für den Bericht „The Potential of Payroll 2026″ befragte ADP mehr als 1.800 Führungskräfte aus 20 Ländern, darunter 700 aus Europa, sämtlich aus Unternehmen mit weltweit mehr als 1.000 Beschäftigten. Der Anteil der Unternehmen, die mindestens einen Cybersicherheitsvorfall mit Auswirkung auf die eigene Lohnabrechnung erlebt haben, stieg im Jahresvergleich von 57 auf 70 Prozent, fast ein Viertel der Betroffenen (23 Prozent) berichtet dabei von drei oder vier Vorfällen im Jahresverlauf. Trotz dieser Entwicklung verfügen bislang nur 41 Prozent der Unternehmen über einen unternehmensweiten Notfallplan, während sich andere auf begrenztere oder länderspezifische Regelungen verlassen. 33 Prozent der befragten Führungskräfte nennen die Datensicherheit als einen Schlüsselbereich für notwendige Verbesserungen in den kommenden zwei bis drei Jahren.

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Regulatorische Komplexität führt zu bewusster Überzahlung

Die Verwaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften über mehrere Länder hinweg bleibt für 75 Prozent der Führungskräfte eine erhebliche operative Belastung, 70 Prozent geben zudem an, Schwierigkeiten bei der Erkennung von Regelverstößen zu haben. 69 Prozent der Unternehmen zahlen ihrem Personal deshalb lieber bewusst zu viel, als das Risiko eines Regelverstoßes einzugehen, dennoch müssen 68 Prozent mindestens einmal jährlich Strafen wegen Nichteinhaltung von Vorschriften zahlen. Thomas Zimmermann, Geschäftsführer von ADP in Deutschland, kommentierte das so:

„Die Lösung liegt nicht in noch mehr Vorsicht, sondern in einer Neugestaltung des Risikomanagements in der Lohn- und Gehaltsabrechnung.“

Thomas Zimmermann, Geschäftsführer von ADP in Deutschland

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Führungskräfte sollten Compliance und Sicherheit unter einem einzigen Betriebsmodell zusammenführen, statt sie getrennt zu behandeln, zumal sich KI aufgrund unterschiedlicher Arbeitsgesetze, Steuerregelungen und Datenstrukturen nicht ohne Weiteres grenzüberschreitend einheitlich einsetzen lasse.

Fachkräftemangel treibt KI-Einsatz voran

68 Prozent der Unternehmen berichten von einem Mangel an qualifiziertem Personal in der eigenen Lohnabrechnung, ein Anstieg gegenüber 61 Prozent im Vorjahr, 64 Prozent haben zudem Schwierigkeiten, externes Personal zu finden. Als Reaktion darauf setzen 44 Prozent der Unternehmen gezielt auf KI, um bestehende Personallücken zu schließen, der am häufigsten genannte Lösungsansatz, gefolgt von der Automatisierung manueller Prozesse mit 40 Prozent sowie der regionenübergreifenden Standardisierung von Abläufen mit 39 Prozent. Rund ein Drittel nutzt KI bereits konkret für Dateneingabe, Fehlererkennung sowie Compliance-Management mit jeweils 33 bis 35 Prozent, weitere 37 bis 40 Prozent prüfen einen entsprechenden Einsatz derzeit aktiv.

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Lohnabrechnung wird zunehmend eigenständige Funktion

Die Studie zeigt zudem einen deutlichen strukturellen Wandel: Der Anteil der Unternehmen, die ihre Lohnabrechnung als eigenständige Funktion betreiben, verdreifachte sich binnen eines Jahres von 13 auf 43 Prozent, während der Anteil der im Finanzbereich angesiedelten Teams von 52 auf nur noch 21 Prozent zurückging. Begleitet wird dieser Wandel von gezieltem Kompetenzaufbau: 76 Prozent der Verantwortlichen vergrößern ihre Teams und suchen dabei vor allem Fachwissen in Compliance, Datensicherheit, Analytik, klassischer Lohnabrechnung sowie IT.

(ADP/red)

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