Laut einer Studie von Censuswide verbringen IT-Teams mehr als elf Stunden pro Woche mit der Behebung von Cloud-Verbindungsproblemen.
Für die im Auftrag von DE-CIX durchgeführte Studie befragte das Marktforschungsunternehmen Censuswide im Juli 2026 mehr als 400 IT- und Infrastrukturentscheider in den USA und Großbritannien. Zwar gaben 96 Prozent der Befragten an, zuversichtlich zu sein, dass ihre Netzwerkinfrastruktur künftige Cloud- und KI-Vorhaben unterstützen könne. Gleichzeitig verbringt das durchschnittliche IT-Team laut der Studie 11,5 Stunden pro Woche mit der Behebung von Cloud-Verbindungsproblemen, bei 49 Prozent der Teams sind es sogar mehr als zehn Stunden wöchentlich.
Als größte Einzelprobleme nannten die Befragten Latenz oder langsame Leistung zwischen Cloud-Umgebungen mit 28 Prozent, Sicherheitslücken und DDoS-Angriffe mit 27 Prozent sowie Ausfälle und Zuverlässigkeitsprobleme mit 26 Prozent. Zusätzlich nannten die Befragten die Kosten der Konnektivität, fehlendes Fachpersonal sowie mangelnde Transparenz über den eigenen Datenverkehr als zentrale Herausforderungen.
Als Reaktion darauf setzen laut der Studie bereits 61 Prozent der Unternehmen auf private Interconnection, bei der Unternehmen über dedizierte Infrastruktur direkt mit Cloud-Anbietern verbunden werden, statt den Datenverkehr über das öffentliche Internet zu leiten. Weitere 31 Prozent ziehen diesen Schritt aktuell in Erwägung. Der Studie zufolge sind kleinere Unternehmen dabei überproportional stark von Verbindungsproblemen betroffen: Während 71 Prozent der Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten bereits auf private Cloud-Anbindung setzen, tun dies unter Unternehmen mit 100 bis 249 Beschäftigten erst 31 Prozent. DE-CIX-Geschäftsführer Ivo Ivanov kommentierte die Ergebnisse so:
„Jede KI-Anwendung hängt davon ab, dass Daten schnell, sicher und vorhersehbar zwischen Nutzern, Clouds und KI-Infrastruktur fließen. Unsere Untersuchung legt nahe, dass noch immer viel zu viele Unternehmen wertvolle Zeit damit verbringen, genau diese Art von Konnektivität aufrechtzuerhalten.“
Ivo Ivanov, DE-CIX-Geschäftsführer
Cloud-Infrastrukturmarkt wächst so schnell wie seit acht Jahren nicht
Unabhängig davon zeigen aktuelle Zahlen des Marktforschungsunternehmens Synergy Research Group, dass die weltweiten Unternehmensausgaben für Cloud-Infrastruktur im zweiten Quartal 2026 erstmals die Marke von 143 Milliarden US-Dollar überschritten haben, ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und die höchste Wachstumsrate seit acht Jahren. Es ist bereits das elfte Quartal in Folge mit steigender Wachstumsrate, in dieser Zeit hat sich der Markt insgesamt verdoppelt. Speziell auf KI ausgerichtete Cloud-Dienste wuchsen laut Synergy Research im Jahresvergleich sogar um 165 Prozent.
Die drei größten Anbieter Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud vereinten im Quartal laut Berichten von The Register zusammen 67 Prozent der weltweiten Cloud-Umsätze, gegenüber 63 Prozent im dritten Quartal des Vorjahres.
(red)