Anthropic hat mit Claude Opus 5 ein neues KI-Modell veröffentlicht, das nahe an die Leistung des teureren Spitzenmodells Claude Fable 5 herankommen soll, bei halbem Preis.
Laut Anthropic setzt Opus 5 bei mehreren Benchmarks neue Bestmarken. Bei Softwareentwicklungs-Tests wie Frontier-Bench v0.1 übertrifft das Modell demnach alle Konkurrenten und verdoppelt die Punktzahl von Opus 4.8 bei gleichzeitig geringeren Kosten pro Aufgabe. Bei CursorBench 3.2 erreicht Opus 5 im maximalen Effort-Modus fast das Niveau von Fable 5, zum halben Preis pro Aufgabe.
Auch bei allgemeinen Problemlösungsaufgaben soll Opus 5 stark abschneiden: Beim ARC-AGI-3-Test liegt die Punktzahl demnach dreimal so hoch wie beim nächstbesten Modell. Bei Zapier AutomationBench, das die Fähigkeit zur eigenständigen Erledigung von Geschäftsaufgaben misst, erreicht Opus 5 laut Anthropic etwa die 1,5-fache Erfolgsquote der Konkurrenz bei gleichem Preis. Bei Computer-Use-Aufgaben (OSWorld 2.0) übertrifft das Modell demnach sogar das Spitzenergebnis von Fable 5, bei gut einem Drittel der Kosten.
Verbesserungen gibt es zudem im Bereich Life Sciences, etwa bei der Ableitung von Molekülstrukturen aus Spektroskopie-Daten oder bei Vorhersagen zu Proteinfunktionen.
Ergänzend zeigt Anthropic ein Video, in dem Opus 5 die Luftströmung um aerodynamische und weniger aerodynamische Objekte in einem virtuellen Windkanal visualisiert, um die verbesserten visuellen Fähigkeiten des Modells zu demonstrieren.
Sicherheit und Alignment
Anthropic zufolge ist Opus 5 das bislang am besten „alignte“ Modell des Unternehmens. Automatisierte Verhaltensaudits hätten die niedrigsten Werte für Täuschungsverhalten und Missbrauchsanfälligkeit aller bisherigen Modelle ergeben.
Bei sicherheitsrelevanten Fähigkeiten bleibt Opus 5 bewusst hinter dem separaten Modell Mythos 5 zurück. Zwar kann Opus 5 laut internen Tests Schwachstellen in Software mittlerweile fast so gut aufspüren wie Mythos 5, beim eigentlichen Entwickeln von Exploits liegt es aber deutlich zurück. Das Unternehmen begründet dies mit einem bewussten Verzicht auf gezieltes Training für Cyber-Angriffstechniken.
Die Sicherheits-Klassifizierer für Opus 5 greifen laut Anthropic rund 85 Prozent seltener ein als bei Fable 5. Erlaubt sind etwa das Aufspüren von Schwachstellen im Quellcode, blockiert bleiben binärbasiertes Scannen, Penetrationstests und die Erstellung von Exploits. Blockierte Anfragen fallen in Claude.ai, Claude Code und Claude Cowork standardmäßig auf Opus 4.8 zurück.
Was kostet Claude Opus 5?
Claude Opus 5 ist ab sofort auf allen Plattformen verfügbar. Die Preise entsprechen denen von Opus 4.8, 5 US-Dollar pro Million Input-Token und 25 US-Dollar pro Million Output-Token. Über die Claude API ist das Modell unter der Bezeichnung claude-opus-5 ansprechbar. Ein „Fast“-Modus mit rund 2,5-facher Standardgeschwindigkeit kostet den doppelten Grundpreis.
Zusätzlich kündigt Anthropic zwei Beta-Funktionen an, einen Wechsel der verfügbaren Tools mitten in einer Konversation ohne Verlust des Prompt-Cache sowie automatische Fallbacks auf der API, bei denen von Sicherheits-Klassifizierern blockierte Anfragen automatisch an ein anderes Modell weitergeleitet werden.
(red)