Microsoft sperrt nach einem Hackerangriff das Benutzerkonto eines Kunden dauerhaft. Betroffen sind neben Xbox-Lizenzen auch alle OneDrive-Daten des Nutzers.
Am 13. Juli 2026 teilte der niederländische Streamer Joshua Khane eine Nachricht des Microsoft-Kundendienstes über die sozialen Medien. Darin wurde ihm mitgeteilt, dass sein Microsoft-Konto dauerhaft gesperrt wurde, nachdem ein unbefugter Dritter Zugriff darauf erlangt und die Sicherheitsdaten geändert hatte. Khane verlor dadurch den Zugriff auf sein im Jahr 2001 zur Einführung der ersten Xbox-Konsole erstelltes Konto.
Microsoft forderte den Nutzer auf, ein neues Konto anzulegen und alle digitalen Spiele, die er über die vergangenen 25 Jahre erworben hatte, erneut zu kaufen. Durch die Sperrung wurden zudem sämtliche Daten auf seinem OneDrive-Cloudspeicher gelöscht, darunter auch persönliche Babyfotos seines Sohnes. Der Konzern begründete die Löschung damit, dass die Verschlüsselung des Cloud-Dienstes eine Wiederherstellung der Daten nach der Schließung des Kontos verhindere. Der betroffene Nutzer räumte ein, die Zwei-Faktor-Authentifizierung für sein Konto nicht aktiviert zu haben.
Risiken des Wechsels zu rein digitalen Plattformen
Der Vorfall hat im Internet eine Debatte über die Eigentumsrechte an digital erworbenen Inhalten ausgelöst. Er fällt in eine Zeit, in der sich die Gaming-Branche zunehmend von physischen Medien verabschiedet. Sony kündigte kürzlich an, die Produktion physischer PlayStation-Discs ab Januar 2028 einzustellen, was Kunden dazu zwingt, Spiele ausschließlich digital über den PlayStation Store zu erwerben.
Dieser Schritt stieß auf Kritik und führte bereits zu Klagen in den Niederlanden und in Mexiko. Auch von Microsoft wird erwartet, dass das Unternehmen bei seiner nächsten Konsole mit dem Codenamen Helix, die für 2027 oder 2028 geplant ist, auf physische Laufwerke verzichtet. Berichten zufolge könnte jedoch ein System, mit dem physische Discs an digitale Lizenzen gekoppelt werden können, in naher Zukunft für Xbox-Insider getestet werden.
Rechtliche Schritte und Präzedenzfälle
Ob Khane den Rechtsweg bestreiten wird, um sein Konto zurückzuerhalten, ist noch unklar. Ein ähnlicher Fall ereignete sich kurz zuvor in Brasilien. Dort hatte ein Nutzer Microsoft verklagt, nachdem sein gehacktes Konto mit einer fast identischen automatisierten Nachricht für unwiederbringlich erklärt worden war. Obwohl Microsoft den Prozess mit einer großen Rechtsabteilung bestritt, verurteilte ein brasilianisches Gericht den Konzern dazu, das Konto inklusive aller getätigten Käufe wiederherzustellen und einen Schadenersatz in Höhe von 400 US-Dollar zu zahlen.
(red)