Zwei Männer sollen sich unerlaubten Zugang zu privaten Finanzdaten des australischen Premierminister Anthony Albanese verschafft haben. Einer der beiden war im Auftrag der Beratungsfirma Ernst & Young zur Commonwealth Bank entsandt und dort tätig.
Die Commonwealth Bank of Australia (CBA), eine der größten Banken des Landes, hat nach eigenen Angaben ungewöhnliche Zugriffe in ihren Systemen festgestellt. Diese Beobachtung löste eine interne Untersuchung aus, in deren Folge die australische Bundespolizei (Australian Federal Police, AFP) im Mai Anklage erhob. Das berichtet der Sender ABC News.
Zwei Kündigungen, eine Anklage
Im Rahmen der Aufarbeitung trennte sich die Prüfungsgesellschaft Ernst & Young von zwei Beschäftigten. Angeklagt wurde von der Polizei jedoch nur einer der beiden Männer. Beiden wird vorgeworfen, ohne Genehmigung auf geschützte Daten zugegriffen zu haben. Dem jüngeren der beiden wird zusätzlich zur Last gelegt, persönliche Informationen über ein Kommunikationsgerät in einer Form weitergegeben zu haben.
Die beiden Beschuldigten waren im Rahmen eines Technologieprojekts zur Bank abgeordnet worden. Beide hatten sowohl von Ernst & Young als auch von der Commonwealth Bank Schulungen zum Datenschutz und zu Zugriffsrechten erhalten.
Reaktionen bleiben verhalten
Eine Stellungnahme von Ernst & Young lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor. Auch aus dem Büro von Premierminister Albanese gab es keine Aussage zu dem Fall.
Schatzkanzler Jim Chalmers äußerte sich besorgt. Vorfälle dieser Art seien beunruhigend, und zwar unabhängig davon, wessen Daten betroffen seien. Er gehe davon aus, dass nun rechtliche und weitere Verfahren folgen würden, in die er sich nicht einmischen wolle.
(red)