DRAM- und NAND-Produktion

Preise für Arbeitsspeicher steigen drastisch

Arbeitsspeicher

Die Preise für Arbeitsspeicher steigen Ende 2026 voraussichtlich um bis zu 50 Prozent. Eine US-Klage wirft den großen Herstellern Preisabsprachen vor.

Ethan Tan, ein Berater der Speicherindustrie und ehemaliger Manager von Samsung China, prognostiziert für das dritte Quartal 2026 einen Anstieg der Preise für Arbeitsspeicher um 40 bis 50 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Für das vierte Quartal 2026 wird mit einem weiteren Zuwachs von 30 bis 40 Prozent gerechnet. Diese Zahlen basieren auf einer Analyse für das Investmenthaus Jefferies Equity Research und übertreffen bisherige Schätzungen westlicher Investoren. Als Hauptgrund für die Entwicklung gilt die anhaltend hohe Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz in Rechenzentren, welche das weltweite Angebot der Hersteller übersteigt.

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Vorwurf illegaler Preisabsprachen in den USA

Parallel zu den marktbedingten Engpässen wurde beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Distrikt von Kalifornien eine Sammelklage gegen die drei dominierenden Produzenten Samsung, SK Hynix und Micron eingereicht. Diese Unternehmen kontrollieren zusammen fast den gesamten weltweiten Markt für DRAM und NAND. Die Klageschrift wirft den Herstellern vor, die hohe Nachfrage im KI-Sektor gezielt auszunutzen, um das Angebot für herkömmliche Speichermodule künstlich zu verknappen und dadurch die Preise zu erhöhen.

Die Kläger argumentieren, dass in einem funktionierenden Wettbewerb mindestens ein Marktteilnehmer die Produktion hätte hochfahren müssen, um ungedeckte Marktanteile zu gewinnen. Stattdessen verlagerten alle drei Konzerne ihre Kapazitäten koordiniert auf High-Bandwidth-Memory (HBM), der in KI-Beschleunigern zum Einsatz kommt, und drosselten die Fertigung älterer Module wie DDR3 und DDR4.

Auswirkung auf Endverbraucher und zukünftige Entwicklung der Arbeitsspeicher

Durch die Verknappung im Consumer-Bereich haben sich Arbeitsspeicher für PCs, Smartphones und Spielekonsolen stark verteuert. Dies führte bereits zu Preiserhöhungen bei Endgeräten von Hardware-Herstellern wie Apple, Sony und Microsoft. Da technologische Weiterentwicklungen bei den Halbleiter-Fertigungsprozessen das Angebot im Jahr 2026 voraussichtlich nur um etwa 7 bis 8 Prozent steigern können, werden die Engpässe bis in das Jahr 2027 anhalten.

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Für das Gesamtjahr 2027 wird ein weiterer jährlicher Preisanstieg von 40 bis 45 Prozent erwartet. Eine Entspannung des Marktes mit einem prognostizierten Preisrückgang um 15 bis 20 Prozent wird aufgrund einer ausgeweiteten globalen Produktion und einer abflachenden KI-Nachfrage erst für das Jahr 2028 vorausgesagt.

(red)

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