Digitale Unternehmenskontrollen

Manuelle Prozesse verteuern interne Kontrollen für Unternehmen

Die Digitalisierung interner Kontrollen in Unternehmen kommt nur langsam voran. Laut einer PwC-Studie bleiben dadurch erhebliche Sparpotenziale ungenutzt.

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hat das IKS Barometer – Volume 2 veröffentlicht. Die Untersuchung zeigt, dass die Digitalisierung und Automatisierung interner Kontrollsysteme (IKS) in deutschen Unternehmen stagniert. Auf einer Bewertungsskala von eins bis fünf liegt der durchschnittliche Reifegrad der Systeme bei 3,3. Hauptursache für die Verzögerungen bei Digitalisierungsprojekten sind fehlende personelle Ressourcen und begrenzte zeitliche Kapazitäten in den zuständigen Teams.

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Der Mangel an digitalen Lösungen betrifft verschiedene Wirtschaftszweige. Lediglich 18 Prozent der Industrieunternehmen und weniger als ein Viertel der Finanzdienstleister setzen digitale Systeme für Governance, Risk und Compliance (GRC) ein. Bei den Finanzdienstleistern verzichten zudem rund 85 Prozent auf spezifische Anwendungen zur Automatisierung von Kontrollaktivitäten. Im Industriebereich nutzen dagegen 49 Prozent entsprechende Tools. Ein Subsegment der befragten Organisationen strebt eine Erhöhung des Automatisierungsgrades an, um die Effektivität zu steigern und Kontrollkosten zu senken.

„Das IKS Barometer zeigt deutlich, dass viele Unternehmen vielversprechende Potenziale noch nicht ausschöpfen. Insbesondere die Digitalisierung der Kontrollsysteme bleibt oft initiales Stückwerk.“

Bernadette Reuß, Director Risk & Regulatory bei PwC Deutschland

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Verzögerte Anpassung an Nachhaltigkeitsanforderungen in Unternehmen

Neben der grundlegenden Automatisierung hinkt auch die Integration neuer regulatorischer Vorgaben hinterher. Mehr als die Hälfte der Industrieunternehmen (52 Prozent) und etwa 30 Prozent der Finanzdienstleister haben ihr Kontrollinventar noch nicht an die Erfordernisse des ESG-Reportings für Nachhaltigkeitsthemen angepasst. Diese Anpassungen sind größtenteils erst mittelfristig eingeplant. Häufig werden Kontrollen erst nach der Etablierung neuer Prozesse implementiert, was das Risiko von Fehlern in der Berichterstattung erhöht.

Moderne Technologien wie künstliche Intelligenz spielen im aktuellen Kontrollalltag kaum eine Rolle. Weniger als 20 Prozent der befragten Unternehmen nutzen KI im Rahmen des IKS oder planen deren zeitnahen Einsatz. Die Modernisierung der Systeme ist jedoch notwendig, um kommende gesetzliche Anforderungen wie das Third Party Risk Management (TPRM) oder den Digital Operational Resilience Act (DORA) umzusetzen.

(PwC/red)

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