Ausfall der KI-Modelle

Fremde Daten angezeigt? Anthropic untersucht Datenleck-Verdacht bei Claude

Claude
Bildquelle: Samuel Boivin/Shutterstock.com

Nach einem zweistündigen Serverausfall am Freitagnachmittag prüft Anthropic Berichte über ein potenzielles Datenleck beim KI-Assistenten Claude.

Das Künstliche-Intelligenz-Start-up Anthropic hat einen rund zweistündigen technischen Ausfall seines KI-Chatbots und Programmierassistenten Claude behoben. Die Störung begann am Freitagnachmittag um etwa 15:19 Uhr UTC (17:19 Uhr deutscher Zeit) und betraf mehrere fortschrittliche Modelle des Unternehmens. Nach Angaben der offiziellen Statusseite verzeichneten die Dienste Claude API, Claude Code, Claude AI und Claude Cowork stark erhöhte Fehlerraten. Betroffen waren insgesamt pfünf Modelle, darunter die Flaggschiff-Varianten Opus 4.5, 4.6, 4.7 und 4.8 sowie das multimodale Modell Sonnet 4.6.

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Die Techniker des Unternehmens konnten das Problem etwa 20 Minuten nach dem Beginn identifizieren. Die vollständige Wiederherstellung aller Dienste wurde bis 18:27 Uhr UTC (20:27 Uhr deutscher Zeit) abgeschlossen. Auf der Plattform Downdetector erreichten die Störungsmeldungen in den USA einen Spitzenwert von knapp 1.000 Berichten. Davon entfielen 40 Prozent auf Probleme mit dem Claude Chat, 33 Prozent auf das Werkzeug Claude Code und 20 Prozent auf die mobile Anwendung.

Untersuchung von Berichten über ein Claude-Datenleck

Zusätzlich zu den reinen Serverproblemen prüft Anthropic derzeit Vorwürfe über ein mögliches Durchsickern von Nutzerdaten während des Vorfalls. Ein Entwickler aus New York veröffentlichte auf der Plattform X die Behauptung, Claude habe ihm während der Störung die Antwort eines anderen Nutzers angezeigt. Dieser Beitrag erreichte innerhalb kurzer Zeit eine hohe Reichweite in den sozialen Medien. Ein Unternehmenssprecher erklärte daraufhin, dass Anthropic bislang keine weiteren Meldungen über Datenabflüsse vorliegen. Der für Claude Code zuständige Ingenieur Thariq Shihipar äußerte sich direkt zu dem Vorwurf:

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„Dieser Vorfall heute am frühen Tag hing mit einem Ausfall der Infrastruktur zusammen, nicht mit einem Fehler bei unserer Inferenz. Wir haben keine anderen Berichte oder Beweise dafür gesehen, dass Kundendaten durchgesickert sind, nehmen aber alle Berichte darüber sehr ernst und untersuchen sie.“

Thariq Shihipar, für Claude Code zuständiger Entwickler

In den darauffolgenden Diskussionen der Anwender blieb unklar, ob tatsächlich fremde Daten übertragen wurden oder ob es sich um eine Fehlgenerierung des Modells handelte.

Häufung von Betriebsstörungen in den vergangenen Monaten

Der jüngste Vorfall reiht sich in eine Kette von technischen Beeinträchtigungen bei den Systemen von Anthropic ein. Bereits in den ersten Junitagen kam es wiederholt zu Leistungseinbrüchen. Am 3. Juni beeinträchtigte eine dreistündige Störung bei Opus 4.7 die automatisierten Sicherheitsüberprüfungen und Code-Routinen. Auch am 1. und 2. Juni verzeichneten mehrere Sonnet- und Opus-Modelle über Stunden hinweg erhöhte Anfragefehler.

Diese Frequenz an Ausfällen ist kein neues Phänomen für das Start-up. Bereits im März erlebte Claude einen großflächigen, weltweiten Ausfall, den Anthropic mit dem Versagen bestimmter API-Methoden begründete. Im darauf folgenden Monat April mussten kurzfristig Fehler bei den Modellen Sonnet 4.6 und Claude AI behoben werden, nachdem die Dienste über einen Zeitraum von zwei Tagen mehrfach zusammengebrochen waren. Die genauen Hintergründe für jene Ausfälle wurden vom Unternehmen damals nicht veröffentlicht.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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