Digitale Souveränität

EU-Parlament ersetzt Google durch Qwant

EU Stop

Das Europäische Parlament stellt am 4. Juni seine Dienstcomputer von Google auf die französische, datenschutzfokussierte Suchmaschine Qwant um.

Das Europäische Parlament nimmt eine grundlegende Änderung an der informationstechnischen Konfiguration seiner internen Arbeitsplatzrechner vor. Ab Donnerstag, dem 4. Juni 2026, wird die französische Suchmaschine Qwant als neuer Standard für Internetrecherchen auf den Computern der Institution eingerichtet. Sie löst damit den bisherigen Marktführer Google in dieser Funktion ab.

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Die Verwaltung des Parlaments informierte die Abgeordneten und Bediensteten im Vorfeld über eine offizielle E-Mail über diese Maßnahme. In dieser Mitteilung hieß es: „Qwant wird Google als Standard-Suchmaschine auf den Computern des Europäischen Parlaments ersetzen.“ Die Verantwortlichen erklärten zudem, dass dieser Schritt „im Einklang mit der Verpflichtung des Parlaments zu digitaler Souveränität und dem Schutz der personenbezogenen Daten der Nutzer“ erfolge.

Einbindung in ein europäisches Technologie-Souveränitätspaket

Der Austausch der Standardsuchmaschine ist kein isolierter administrativer Akt, sondern Teil einer übergeordneten politischen Strategie der Europäischen Union. Brüssel verstärkt gegenwärtig die Bemühungen um eine technologische Unabhängigkeit von ausländischen Anbietern, insbesondere aus den Vereinigten Staaten. In diesem Kontext legt die Europäische Kommission am Mittwoch, dem 3. Juni 2026, ein umfassendes Gesetzespaket zur technologischen Souveränität vor. Diese Initiative zielt explizit darauf ab, die strukturelle Abhängigkeit europäischer Institutionen und Unternehmen von außereuropäischen Technologie- und Cloud-Anbietern systematisch zu reduzieren und gleichzeitig die Entwicklung sowie Nutzung europäischer Software-Alternativen gezielt zu fördern.

Datenschutzkonzept und Funktionsweise von Qwant

Die im Jahr 2013 in Frankreich gegründete Suchmaschine Qwant positioniert sich im globalen Markt gezielt als datenschutzkonforme Alternative zu den marktbeherrschenden US-Plattformen. Das informationstechnische Konzept des Dienstes ist darauf ausgelegt, die Privatsphäre der Anwender zu wahren, indem auf das systematische Tracking der Nutzeraktivitäten sowie auf die dauerhafte Speicherung personenbezogener Daten verzichtet wird. Die technische Umsetzung auf den Computern des Parlaments erfolgt über die administrativ verwalteten Webbrowser:

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  • Suchanfragen, die direkt in die obere Adressleiste des Browsers Mozilla Firefox eingegeben werden, leitet das System automatisch über Qwant.
  • Suchanfragen über die Adressleiste des Browsers Microsoft Edge werden ebenfalls standardmäßig an die französische Suchmaschine geroutet.

Die Neukonfiguration schränkt die Wahlfreiheit der Parlamentarier jedoch nicht vollständig ein. Den Abgeordneten und Mitarbeitern bleibt es technisch weiterhin unbenommen, konkurrierende Suchmaschinen manuell über deren direkte Webadresse aufzurufen oder die Standardeinstellungen der Browser in den persönlichen Profilen eigenständig wieder auf andere Anbieter umzustellen.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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