Der US-Technologiekonzern Apple hat im Jahr 2025 betrügerische Transaktionen im Wert von über 2,2 Milliarden US-Dollar im eigenen App Store unterbunden.
Der Technologiekonzern Apple hat umfassende statistische Daten zur Absicherung seines digitalen Marktplatzes vorgelegt. Aus dem veröffentlichten Sicherheitsbericht geht hervor, dass das Unternehmen im Verlauf des Jahres 2025 potenziell betrügerische Transaktionen im Gesamtwert von mehr als 2,2 Milliarden US-Dollar im App Store blockiert hat. Durch diese Maßnahmen erhöht sich die Schadenssumme, die in den vergangenen sechs Jahren durch die Sicherheitsbarrieren des Ökosystems abgewehrt werden konnte, auf insgesamt über 11,2 Milliarden US-Dollar.
Die aktuellen Kennzahlen verdeutlichen eine kontinuierliche Intensivierung der betrügerischen Aktivitäten im Internet. Im direkten Vorjahresvergleich zu 2024, als verhinderte Transaktionen im Wert von knapp über 2 Milliarden US-Dollar verzeichnet wurden, dokumentieren die neuen Daten einen messbaren Zuwachs bei den abgewehrten Finanzdelikten. Neben dem Schutz der Endverbraucher vor finanziem Missbrauch dient die Überwachung laut den Unternehmensangaben auch der Aufrechterhaltung eines fairen Wettbewerbs für legitime Softwareentwickler auf der Plattform.
Mehr als 1,1 Milliarden Versuche betrügerischer Kundenkonten
Ein primärer Fokus der internen Sicherheitsabteilungen lag im Abrechnungszeitraum auf der Unterbindung von automatisierten Kontennetzwerken. Kriminelle Akteure nutzen häufig Botnetze, um in großem Stil Konten zu registrieren, die im Anschluss für Spam-Kampagnen, die Manipulation von Download-Charts oder das Verfassen gefälschter Rezensionen missbraucht werden. Die Abwehrsysteme von Apple wiesen im Jahr 2025 mehr als 1,1 Milliarden Versuche zur Erstellung solcher betrügerischen Kundenkonten direkt im Entstehungsprozess ab.
Zusätzlich identifizierten die Prüfer Unregelmäßigkeiten bei bestehenden Profilen, was zur Deaktivierung von weiteren 40,4 Millionen Kundenkonten wegen des konkreten Verdachts auf Betrug und Missbrauch führte. Parallel dazu wurden die Kontrollen bei der Registrierung von Softwareentwicklern verschärft. Die Teams beendeten im vergangenen Jahr rund 193.000 Entwicklerkonten aufgrund von Sicherheitsbedenken und lehnten mehr als 138.000 Neuanmeldungen im Entwicklerprogramm ab. Im Bereich des Zahlungsverkehrs blockierten die Systeme die Verwendung von über 5,4 Millionen gestohlenen Kreditkarten und schlossen knapp 2 Millionen Nutzerkonten dauerhaft von weiteren Transaktionen aus.
Automatisierte Filterprozesse für Anwendungen und Updates
Das interne App-Review-Team verzeichnete im Jahr 2025 eine signifikante Zunahme der eingereichten Softwareprojekte, was unter anderem auf die Verfügbarkeit von neuen, KI-gestützten Entwicklungswerkzeugen am Markt zurückgeführt wird. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum mehr als 9,1 Millionen App-Einreichungen überprüft, verglichen mit 7,7 Millionen im Jahr 2024. Im Zuge dieser Prüfverfahren wiesen die Kontrolleure über 2 Millionen problematische Anwendungen und Updates ab. Die Gründe für die Ablehnungen waren vielschichtig. Mehr als 443.000 Einreichungen wurden wegen eindeutiger Verstöße gegen die Datenschutzrichtlinien gestoppt. Weitere 371.000 Softwarepakete wurden als Täuschungsversuche oder unautorisierte Kopien bereits existierender Anwendungen klassifiziert.
Zudem filterten die Prüfer über 22.000 Programme aus, die versteckte oder undokumentierte Funktionen enthielten. Eine deutliche Zunahme verzeichnete das Unternehmen bei den sogenannten Bait-and-Switch-Taktiken. Hierbei tarnen Entwickler ihre Software zunächst als harmlose Werkzeuge oder Spiele, um nach der erfolgreichen Freigabe durch ein serverseitiges Update betrügerische Funktionen oder überhöhte Abrechnungsmodelle einzuschleusen. Fast 59.000 Apps wurden wegen dieser Methode im Jahr 2025 aus dem Store entfernt, was fast einer Verdreifachung im Vergleich zu den 17.000 Entfernungen des Jahres 2024 entspricht.
Kombination aus künstlicher Intelligenz und Expertenprüfung bei Apple
Bei der Identifizierung komplexer Betrugsmuster setzt das Unternehmen auf ein mehrschichtiges Verteidigungssystem, das automatisierte Algorithmen mit der manuellen Überprüfung durch menschliche Experten verzahnt. Durch den Einsatz von maschinellem Lernen werden mathematische Modelle trainiert, die in der Lage sind, verdächtige Verhaltensmuster über verschiedene Konten, Endgeräte und Zahlungsmethoden hinweg in Echtzeit zu korrelieren. Diese Algorithmen dienen als Frühwarnsystem und beschleunigen die Erkennung neuer Täuschungsmanöver, bevor diese einen größeren Schaden anrichten können.
Die automatisierte Vorauswahl ermöglicht es den menschlichen Prüfteams, ihre Ressourcen gezielt auf potenziell gefährliche Einreichungen zu fokussieren, die eine differenzierte Kontextanalyse erfordern. Das Zusammenspiel der Technologien ist laut dem Herstellerbericht notwendig, um der steigenden Komplexität der Angriffsvektoren im digitalen Raum zu begegnen und die Integrität der Plattform zu sichern, die wöchentlich von über 850 Millionen Besuchern in weltweit 175 verschiedenen Länderversionen aufgerufen wird.
Maßnahmen gegen Manipulationen von Bewertungen
Neben der direkten Kontrolle von Softwarepaketen bildete die Überwachung des Bewertungssystems einen weiteren Schwerpunkt der Sicherheitsarbeit. Im Jahr 2025 verarbeiteten die Systeme mehr als 1,3 Milliarden Bewertungen und Rezensionen. Mittels vorausschauender Erkennungswerkzeuge wurden knapp 195 Millionen gefälschte oder manipulative Bewertungen identifiziert und blockiert, noch bevor sie für andere Nutzer im Store sichtbar wurden. Darüber hinaus griffen die Moderatoren in die Such- und Chartplatzierungen ein. Nahezu 7.800 täuschende Anwendungen wurden aus den Suchergebnissen entfernt, und 11.500 Programme wurden aufgrund von nachgewiesenen Manipulationsversuchen aus den offiziellen Bestenlisten ausgeschlossen.
Die Abwehrmassnahmen erstreckten sich zudem auf den Bereich außerhalb des offiziellen Ökosystems. Die Sicherheitsüberwachung entdeckte und sperrte 28.000 illegitime Anwendungen auf externen Piraten-Plattformen, die Schadsoftware, raubkopierte Programmversionen oder illegale Glücksspielinhalte verbreiteten. Allein im letzten Monat verhinderte das System zudem rund 2,9 Millionen Versuche, Anwendungen zu installieren oder auszuführen, die illegal außerhalb des offiziellen App Stores oder über nicht genehmigte alternative Marktplätze verteilt wurden. Das Unternehmen rät Endkunden, verdächtige Aktivitäten in heruntergeladenen Programmen unverzüglich über die dafür eingerichtete Meldeseite reportaproblem.apple.com zu melden.