Neue Finanzwelt

Zwischen KI und Vertrauen: Deutsche bleiben bei Geldfragen gespalten

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Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die Finanzbranche. Ob Anlageberatung, Finanzplanung oder digitale Banking-Angebote – viele Prozesse werden bereits automatisiert oder durch KI unterstützt.

Doch eine aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt: Die Deutschen stehen dieser Entwicklung zugleich neugierig und skeptisch gegenüber.

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Laut der Studie kann sich mehr als ein Viertel der Befragten vorstellen, künftig einen Großteil der eigenen Finanzentscheidungen von einer KI treffen zu lassen. Gleichzeitig lehnt fast jede zweite Person den Einsatz von KI bei Finanzthemen grundsätzlich ab.

Trotz dieser Zurückhaltung bewertet die Mehrheit künstliche Intelligenz im Finanzbereich eher positiv. Mehr als die Hälfte sieht darin Chancen, während vier von zehn Menschen vor allem Risiken erkennen. Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen den Generationen: Jüngere Menschen zeigen sich erheblich aufgeschlossener gegenüber KI-Anwendungen als ältere Altersgruppen.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst erklärt dazu: „Finanzen sind eine Vertrauensfrage. Daher müssen KI-Anwendungen gerade hier transparent, sicher und in ihren Aussagen nachvollziehbar sein.“

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KI-Beratung gewinnt an Bedeutung

Die Befragung macht deutlich, dass KI-gestützte Beratung für viele Verbraucher zunehmend interessant wird. Rund ein Drittel der Deutschen glaubt, dass KI finanzielle Zusammenhänge verständlicher erklären kann als ein Mensch. Ein Viertel vertraut KI-Systemen inzwischen sogar stärker als klassischen Finanzberatern.

Bereits heute nutzen viele Menschen Anwendungen wie ChatGPT, um sich zu Finanzfragen beraten zu lassen. Gleichzeitig wächst jedoch die Sorge vor Betrug und Manipulation durch KI-Technologien deutlich. Mehr als 60 Prozent der Befragten äußern entsprechende Bedenken.

Digitale Angebote werden zum Wettbewerbsfaktor

Neben KI spielt auch die allgemeine Digitalisierung der Banken eine immer größere Rolle. Besonders wichtig ist vielen Kundinnen und Kunden inzwischen eine benutzerfreundliche Banking-App. Damit gehört die Qualität der digitalen Angebote mittlerweile zu den entscheidenden Kriterien bei der Wahl einer Bank – noch vor klassischen Faktoren wie Filialdichte oder persönlicher Beratung.

Auch Mobile Payment gewinnt weiter an Bedeutung. Immer mehr Verbraucher erwarten, Zahlungen bequem per Smartphone durchführen zu können. Kryptowährungen bleiben dagegen für die Mehrheit weiterhin eher nebensächlich.

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Filialen verlieren an Bedeutung

Die Studie zeigt zudem, dass sich das Verhältnis vieler Menschen zu klassischen Bankfilialen verändert. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihnen ohne Filialen wenig fehlen würde. Viele besuchen ihre Bank vor Ort nur noch dann, wenn sich ein Anliegen nicht digital lösen lässt.

Online-Banking bleibt dabei der wichtigste Zugang zur Bank. Besonders in den Altersgruppen unter 65 Jahren nutzen inzwischen fast alle entsprechende Angebote. Ältere Menschen zeigen sich dagegen weiterhin deutlich zurückhaltender.

Das Smartphone wird zur zentralen Bankfiliale

Für viele Nutzer steht inzwischen die Banking-App im Mittelpunkt. Die Mehrheit erledigt ihre Bankgeschäfte überwiegend mobil und erwartet, sämtliche wichtigen Funktionen direkt über das Smartphone nutzen zu können.

Neben klassischen Finanzdiensten könnten Banking-Apps künftig noch weitere Aufgaben übernehmen. Viele Befragte zeigen sich offen dafür, ihre App künftig auch zur digitalen Identifikation oder für andere Nachweise zu verwenden.

Laut Bitkom entsteht daraus eine neue Rolle für Banken: Sie könnten sich langfristig stärker zu digitalen Vertrauens- und Identitätsdiensten entwickeln.

Pauline Dornig

Pauline

Dornig

Online-Redakteurin

IT Verlag GmbH

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