Finanzielle Lücke

OpenAI prognostiziert 80 % Einbruch bei ChatGPT Plus: Rettung durch Billig-Abo?

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Bildquelle: QubixStudio / Shutterstock.com

Während das 20-Dollar-Abo massiv Abonnenten verliert, soll das werbefinanzierte „ChatGPT Go“ von OpenAI die Milliardenlücke füllen. Die Skepsis am Markt wächst.

Laut internen Prognosen erwartet OpenAI einen drastischen Rückgang seiner zahlungskräftigsten Privatkunden. Das Herzstück des bisherigen Umsatzes, das 20 US-Dollar teure ChatGPT Plus, steht vor einem Schrumpfkurs, wie Forbes berichtet.

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Der geplante Nutzertausch: Masse statt Klasse

Die Strategie hinter dem Leak wirkt wie eine Flucht nach vorn. OpenAI geht davon aus, dass die Nutzer nicht gänzlich verschwinden, sondern in ein günstigeres, werbefinanziertes Segment abwandern oder neu akquiriert werden.

Abo-ModellPreis (mtl.)Abonnenten 2025Prognose 2026Veränderung
ChatGPT Plus20 $44 Mio.9 Mio.-80 %
ChatGPT Go5 – 8 $3 Mio.112 Mio.+3.633 %
ChatGPT Pro200 $< 0,5 Mio.~ 1 Mio.+100 %

Der Analyst Ed Zitron und Branchenexperten sehen in diesem „as a result“ (wie es im Bericht heißt) eine riskante Wette. OpenAI scheint zwei Realitäten anzuerkennen:

  1. Sättigung im Premium-Bereich: Die Zahl der Nutzer, die bereit sind, monatlich 20 Dollar für eine KI zu zahlen, stößt an ihre Grenzen – insbesondere da Konkurrenten wie Anthropic (Claude) und Google (Gemini) aggressiv um dieselbe Zielgruppe werben.
  2. Die „Go“-Offensive: Mit dem im August 2025 weltweit eingeführten ChatGPT Go (8 $in den USA, 5$ in Schwellenländern wie Indien) zielt OpenAI auf den Massenmarkt. Das Modell ist werbefinanziert und nutzt das effizientere GPT-5.3 Instant-Modell.

OpenAIs Reaktion: „reines Clickbait“

Parallel zu den optimistischen Wachstumsprognosen für das Billig-Abo veröffentlichte das Wall Street Journal einen weniger schmeichelhaften Bericht. Demnach hat OpenAI seine internen Umsatz- und Nutzerziele für Anfang 2026 bereits verfehlt.

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Insbesondere die Marke von einer Milliarde wöchentlich aktiven Nutzern, die Sam Altman für Ende 2025 versprochen hatte, wurde laut Insidern nicht erreicht. Das sorgt für Unruhe bei den Investoren, da die Kosten für Rechenzentren (geschätzt auf 600 Milliarden Dollar über die nächsten Jahre) ohne massives Umsatzwachstum kaum tragbar sind.

OpenAIs Reaktion: Das Unternehmen wies den WSJ-Bericht als „reines Clickbait“ zurück und betonte, man wachse weiterhin rasant, insbesondere im Enterprise-Sektor. Dennoch reagierte der Aktienmarkt empfindlich: Partner wie Oracle und Chip-Zulieferer wie Nvidia verzeichneten kurzzeitig Kursverluste von bis zu 4 %.

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Finanzielle Lücke bleibt

Kritiker wie Ed Zitron geben zu bedenken, dass ein Wachstum von 3600 % innerhalb eines Jahres für ein bereits etabliertes Produkt nahezu beispiellos wäre. Selbst wenn OpenAI 112 Millionen Nutzer für das Go-Modell gewinnt, bleibt eine finanzielle Lücke:

  • Ein Plus-Abonnent bringt 240 $ im Jahr.
  • Ein Go-Abonnent bringt (bei 8 $) nur 96 $ im Jahr plus Werbeeinnahmen.

Um den Umsatzverlust der 35 Millionen abwandernden Plus-Nutzer aufzufangen, müssten die Werbeeinnahmen pro Go-Nutzer enorm hoch sein oder die schiere Masse muss die geringere Marge pro Kopf ausgleichen. Zudem belastet jeder neue Nutzer die ohnehin schon astronomische Burn-Rate des Unternehmens durch zusätzliche Rechenkosten.

Autorenbild Lisa Löw

Lisa

Löw

Junior Online-Redakteurin

IT-Verlag

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