In der T Cloud

Telekom kündigt eigene „souveräne“ ePA an

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Bildquelle: Telekom

Mit einer eigenen ePA-Lösung will die Deutsche Telekom Krankenkassen einen Komplettanbieter aus einer Hand liefern, inklusive Cloud-Betrieb in Deutschland. Die Zulassung durch die Gematik steht allerdings noch aus.

Die Deutsche Telekom hat auf dem Future Health Day eine eigene elektronische Patientenakte vorgestellt, die sie als „souverän“ vermarktet. Zielgruppe sind die gesetzlichen Krankenkassen, die ihren Versicherten die ePA gemäß Digital-Gesetz zur Verfügung stellen müssen. „Mit unserer Patientenakte übernehmen wir Verantwortung: Wir bieten eine zukunftsfähige, souveräne und vertrauenswürdige Lösung aus einer Hand auf Basis unserer T Cloud an“, sagte Gottfried Ludewig, Leiter Public und Health bei der Deutschen Telekom, auf der Veranstaltung.

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Betrieben werde die Akte ausschließlich in der Open Sovereign Cloud, einem Bestandteil der T Cloud. Sämtliche Daten, einschließlich Metadaten, sollen laut Telekom in deutschen Rechenzentren verarbeitet werden, die nach ISO 27001, BSI C5 und DIN EN 50600 zertifiziert sind. Damit nimmt der Bonner Konzern eine implizite Abgrenzung zu Hyperscalern wie AWS oder Microsoft Azure vor, deren Rolle bei sensiblen Gesundheitsdaten in Deutschland regelmäßig kritisch diskutiert wird.

Bessere Suche, strukturierte Daten

Inhaltlich zielt die Telekom-Lösung offenbar auf bekannte Schwachstellen der bisherigen ePA-Implementierung. Die bundesweit ausgerollte „ePA für alle“ in der Version 3.0 wurde unter anderem wegen umständlicher Anmeldeprozesse, fehlender Volltextsuche und mangelhafter Unterstützung strukturierter Daten kritisiert. Eine Volltextsuche soll nach aktuellen Plänen der Gematik ohnehin erst ab Januar 2027 schrittweise bundesweit zur Verfügung stehen.

„Was nutzt eine ePA, die nicht genutzt wird“, sagte Ludewig mit Blick auf die bisherigen Lösungen. „Versicherte und Krankenkassen erwarten eine Patientenakte, die sicher, leicht bedienbar und wirklich hilfreich ist. Genau das liefern wir.“ Die Telekom verspricht für ihre Variante Skalierbarkeit, Modularität und eine Architektur, die strukturierte Daten und spätere Forschungsfunktionen mitdenkt. Konkrete technische Details zur Schnittstellenarchitektur, zum Verschlüsselungsmodell oder zur Implementierung in der Telematikinfrastruktur (TI) hat das Unternehmen bislang nicht öffentlich gemacht.

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Anbindung ans Magenta-Ökosystem

Die neue Patientenakte soll sich in das bestehende digitale Gesundheitsangebot der Telekom einfügen. Genannt werden unter anderem digitale Identitäten, der TI-Messenger und „künftige digitale Versichertenservices“. Krankenkassen sollen damit ihre digitalen Angebote erweitern können, ohne parallel mehrere Insellösungen zu betreiben.

Premiere hat die Lösung auf der Messe DMEA in Berlin (21. bis 23. April). Unter dem Motto „Smart Health for Better Care, powered by Data & AI“ präsentiert die Telekom in Halle 3.2 am Stand A-103 neben der ePA auch KI-Anwendungen, Hyperautomatisierung und Datenanalytik.

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Zulassungsverfahren läuft

Einsetzbar ist das Produkt vorerst nicht: Die souveräne Patientenakte befindet sich nach Angaben der Telekom derzeit im Zulassungsverfahren der Gematik. Wann sie tatsächlich von Krankenkassen ausgerollt werden kann, ließ Ludewig offen. „Mit der souveränen Patientenakte legen wir den Grundstein für die nächste Ausbaustufe digitaler Gesundheitsversorgung in Deutschland“, sagte er lediglich.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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