Funktion gestrichen

Meta beendet E2E-Verschlüsselung für Instagram-DMs

Instagram
Bildquelle: Desintegrator/Shutterstock.com

Ab dem 8. Mai 2026 stellt Meta die optionale E2EE-Funktion in Instagram-Chats ein. Wer verschlüsselt kommunizieren möchte, soll auf WhatsApp ausweichen.

Nach dem 8. Mai 2026 können Instagram-Nutzer ihre Direktnachrichten nicht mehr Ende-zu-Ende-verschlüsselt führen. Meta hat die Abschaltung der Funktion in einer Mitteilung angekündigt und erklärt, betroffene Nutzer rechtzeitig über den Datenexport zu informieren. Wer die App längere Zeit nicht aktualisiert hat, muss di es gegebenenfalls nachholen, um eigene Chatverläufe noch sichern zu können.

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Auf Anfrage von The Hacker News begründete Meta die Entscheidung damit, dass nur sehr wenige Nutzer die verschlüsselte Kommunikation in Instagram-DMs überhaupt aktiviert hätten. Wer weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt schreiben möchte, solle das über WhatsApp tun, so das Unternehmen.

„Da sich nur sehr wenige Nutzer für die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Direktnachrichten entschieden haben, werden wir diese Option in den kommenden Monaten von Instagram entfernen.“

Meta-Sprecher gegenüber The Hacker News


Feature seit 2021, aber nie breit genutzt

Die Geschichte der Instagram-Verschlüsselung ist die einer Funktion, die nie richtig eingeführt wurde. Seit 2021 testete Meta E2EE in Direktnachrichten, damals begleitet von Zuckerbergs Ankündigung, den Konzern datenschutzfreundlicher aufzustellen. Standardmäßig aktiviert war die Funktion jedoch zu keiner Zeit, und verfügbar war sie ohnehin nur in ausgewählten Regionen.

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Im Februar 2022 öffnete Meta die verschlüsselten Chats für erwachsene Nutzer in Russland und der Ukraine, kurz nach Beginn des Krieges. Breiter ausgerollt wurde die Funktion danach nicht mehr.

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Branche skeptisch gegenüber Verschlüsselung

Meta steht mit dieser Haltung nicht allein. TikTok teilte der BBC mit, E2EE für Direktnachrichten nicht einführen zu wollen, weil die Technologie den Schutz von Nutzern, vor allem Minderjährigen, erschwere. Beide Unternehmen folgen damit einer Linie, die Sicherheitsüberlegungen höher gewichtet als Privatsphäre durch Verschlüsselung.

Interne Dokumente, über die Reuters berichtete, zeigen, dass Meta-Mitarbeiter schon 2019 intern davor gewarnt hatten, Nachrichten auf Facebook und Instagram vollständig zu verschlüsseln. Die Sorge: Das Unternehmen könnte dann nicht mehr in der Lage sein, Kindesmissbrauchsmaterial oder Terrorinhalte zu erkennen und Behörden zu melden. Meta verschlüsselte die Dienste dennoch zumindest teilweise.

EU sucht nach einem Mittelweg

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Kommunikation so, dass weder Anbieter noch Behörden noch Angreifer mitlesen können. Genau das ist der Kern des Streits: Strafverfolgungsbehörden und Kinderschützer beklagen, dass richterlich angeordnete Zugriffe auf Nachrichteninhalte damit faktisch unmöglich werden. Dieses Problem wird in der Debatte als Going-Dark-Phänomen bezeichnet.

Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr eine Roadmap vorlegen, die technische Ansätze für einen behördlichen Zugriff auf verschlüsselte Daten skizziert, ohne Sicherheit und Grundrechte zu gefährden. Wie beides gleichzeitig gelingen soll, ist in der Fachwelt bisher umstritten.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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