Der Satellitenbetreiber Eutelsat hat seine Umsätze im ersten Halbjahr gesteigert und die Verluste deutlich reduziert. Der französische Staat setzt auf das Unternehmen als europäische Alternative zu SpaceX.
Eutelsat hat für die erste Jahreshälfte einen Umsatz von 592 Millionen Euro gemeldet. Analysten hatten zuvor mit 581 Millionen Euro gerechnet. Das Geschäftsjahr des Unternehmens endet im Dezember. Trotz weiterhin roter Zahlen konnte der Konzern die operativen Verluste um 85 Prozent drücken.
Die Nettoverschuldung sank um mehr als die Hälfte, nachdem der französische Staat als größter Anteilseigner im vergangenen Jahr eine Rettungsaktion über 1,5 Milliarden Euro angeführt hatte. Grund für die Schieflage waren das schrumpfende Geschäft mit Rundfunk und TV sowie gestiegene Finanzierungskosten.
OneWeb als strategisches Asset
Paris betrachtet Eutelsat als einzige ernsthafte europäische Alternative zu Elon Musks Starlink, der aktuell in den Goldstandard darstellt. Ausschlaggebend ist die Übernahme von OneWeb, die 2023 abgeschlossen wurde. OneWeb betreibt neben Starlink das einzige weitere aktive Satellitennetzwerk im niedrigen Erdorbit. Die Satelliten werden von Regierungen und Militärs genutzt und haben strategische Bedeutung für die nationale Sicherheit.
Das OneWeb-Geschäft legte um knapp 60 Prozent zu und steuert mittlerweile rund ein Fünftel zum Konzernumsatz bei. Damit wird der anhaltende Schwund im klassischen Broadcast-Geschäft teilweise ausgeglichen.
Satellitenflotte wird erneuert
Die OneWeb-Satelliten müssen allerdings ersetzt werden. Eutelsat hat dafür ein staatlich abgesichertes Darlehen über eine Milliarde Euro bekommen, um 340 neue Satelliten bei Airbus zu kaufen. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine Bestellung bei Thales Alenia Space. Die Investitionsausgaben für das Gesamtjahr sollen nun bei rund 900 Millionen Euro liegen statt bei den ursprünglich geplanten 1,1 Milliarden Euro.
Nach den Bonitätsverbesserungen durch Ratingagenturen will Eutelsat seine Anleihen refinanzieren.