Anthropic hat die neueste Version seines Sprachmodells veröffentlicht. Opus 4.6 ermöglicht erstmals die Zusammenarbeit mehrerer KI-Agenten und bringt ein größeres Kontextfenster mit.
Der KI-Anbieter hat am Donnerstag Opus 4.6 vorgestellt, die Nachfolgeversion des erst im November 2024 erschienenen Opus 4.5. Mit der Aktualisierung verfolgt das Unternehmen das Ziel, die Einsatzmöglichkeiten des Modells zu erweitern und einen größeren Nutzerkreis anzusprechen. Opus gilt als wichtiges Modell, insbesondere für Claude Code, Anthropics Kommandozeilen-Werkzeug für KI-gestützte Programmierung.
Mehrere Agenten teilen sich die Arbeit
Als zentrale Neuerung führt Anthropic sogenannte “Agent Teams” ein. Dabei handelt es sich um Gruppen von Agenten, die umfangreiche Aufgaben in kleinere Arbeitspakete aufteilen können. Das Unternehmen beschreibt das Konzept so: Statt dass ein einzelner Agent Aufgaben sequenziell abarbeitet, lässt sich die Arbeit auf mehrere Agenten verteilen, von denen jeder für seinen Bereich zuständig ist und sich mit den anderen abstimmt.
Scott White, Produktverantwortlicher bei Anthropic, zog den Vergleich zu einem kompetenten menschlichen Team. Durch die Verteilung der Zuständigkeiten könnten die Agenten parallel koordiniert arbeiten und dadurch schneller ans Ziel kommen. Die Funktion steht zunächst als Research Preview für API-Nutzer und Abonnenten bereit.
Millionen Token für größere Projekte
Die neue Opus-Version erhöht das Kontextfenster auf 1 Million Token. Damit erreicht das Modell die Kapazität, die Anthropic bereits für seine Sonnet-Modelle der Versionen 4 und 4.5 anbietet. Ein größeres Kontextfenster bedeutet, dass das Programm mehr Informationen innerhalb einer Session berücksichtigen kann. Laut Anthropic ermöglicht dies die Bearbeitung umfangreicherer Code-Repositories und größerer Dokumente.
Direkte PowerPoint-Anbindung
Opus 4.6 integriert Claude als Seitenpanel direkt in Microsoft PowerPoint. White erläuterte, dass dies eine deutliche Verbesserung gegenüber der bisherigen Arbeitsweise darstelle: Bisher musste man Claude beauftragen, eine PowerPoint-Präsentation zu erstellen, die fertige Datei dann in PowerPoint laden und dort weiterbearbeiten. Nun lässt sich die Präsentation direkt in PowerPoint mit Claude-Unterstützung entwickeln.