Gut strukturierter SQL-Code ist entscheidend für die Performance und Stabilität von Datenbankanwendungen. Gleichzeitig erleichtert er die Fehlersuche und verbessert die Zusammenarbeit in Entwicklerteams.
Redgate hat drei zentrale Regeln definiert, die Entwickler beachten sollten, um Konsistenz und Übersichtlichkeit in komplexen Datenbankumgebungen zu gewährleisten.
Eigene Präfixe für benutzerdefinierte Stored Procedures
Viele Entwickler nutzen gerne das Präfix sp_ für eigene Stored Procedures. Im SQL Server ist dieses Präfix jedoch für systemeigene Prozeduren reserviert. Werden benutzerdefinierte Prozeduren ebenfalls so benannt, durchsucht der Server zunächst die Systemdatenbank, bevor er die eigentliche Prozedur ausführt. In stark ausgelasteten Systemen kann dies die Performance spürbar beeinträchtigen. Außerdem steigt das Risiko von Namenskonflikten. Empfehlung: eigene, eindeutige Präfixe verwenden, um System- und Anwendungsfunktionen klar zu trennen.
Auf SELECT * verzichten
Die Verwendung von SELECT * erscheint oft als schnelle Lösung, bringt aber Nachteile mit sich. Sie ruft alle Spalten einer Tabelle ab – auch solche, die für die Abfrage nicht benötigt werden. Das erhöht die Datenmenge und kann besonders bei großen Tabellen oder langsamen Verbindungen zu Verzögerungen führen. Zudem kann sich die Spaltenreihenfolge ändern, wenn das Tabellen-Schema angepasst wird, was zu Fehlern in Anwendungen führen kann. Besser ist es, nur die benötigten Spalten explizit anzugeben.
Tabellen dokumentieren und Zweck festhalten
Jede neue Tabelle sollte klar dokumentiert sein, einschließlich Zweck und Beschreibung der einzelnen Spalten. Im SQL Server lässt sich dies über die erweiterte Eigenschaft MS_Description umsetzen. Eine solche Dokumentation erleichtert neuen Teammitgliedern das Verständnis der Datenbankstruktur, reduziert Fehler bei Schemaänderungen und sorgt für langfristige Nachvollziehbarkeit. Sie ist besonders hilfreich bei Reportings, Migrationen oder Erweiterungen.
Konsistenz durch Standards und Tools
„Diese drei Regeln bilden nur den Anfang“, sagt Oliver Stein, Geschäftsführer DACH bei Redgate. Für größere Projekte empfiehlt es sich, einen umfassenden Regelkatalog für SQL und Datenbanken zu entwickeln. Tools für Datenbankmigration, -bereitstellung und -verwaltung mit CI/CD-Unterstützung helfen, Standards systematisch einzuhalten und die Arbeit über Teams hinweg zu vereinfachen.