T Cloud Public: Telekom bläst zum Angriff auf Cloud-Giganten

T Cloud Public

Die Deutsche Telekom positioniert ihre T Cloud Public als europäische Alternative zu AWS, Azure und Google Cloud. Bis Ende 2026 soll Feature-Parität erreicht werden. Aktuell sind es 80 Prozent der Funktionen.

Die Deutsche Telekom intensiviert ihre Bemühungen im Cloud-Geschäft und kündigt einen massiven Ausbau der T Cloud Public an. Bis Ende 2026 will das Unternehmen die Funktionslücke zu den großen US-Hyperscalern deutlich verringern und eine vollwertige europäische Alternative etablieren. Derzeit biete die Plattform bereits 80 Prozent der gewohnten Hyperscaler-Funktionen, wie Dr. Ferri Abolhassan, CEO von T-Systems und Vorstand der Deutschen Telekom AG, erklärt.

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Souveränität trifft auf Leistung

“Unternehmen mussten bisher wählen: maximale Funktionalitäten aus Übersee oder europäische Souveränität”, so Abolhassan. “Mit der T Cloud Public liefern wir jetzt das Beste aus beiden Welten.” Das Versprechen ist eine Cloud-Plattform, die technologisch auf Augenhöhe mit den globalen Anbietern agiert, dabei aber vollständig europäischen Datenschutz- und Sicherheitsstandards folgt.

Laut Information Services Group (ISG), die die Deutsche Telekom zitiert, übertrifft die T Cloud Public nicht nur andere europäische Alternativen, sondern sei bereits wettbewerbsfähiger als manche BigTech-Angebote. Die Plattform ist nach C5 zertifiziert und basiert auf einer Zero-Trust-Architektur. Sämtliche Daten werden in europäischen Rechenzentren verarbeitet, die gegen Zugriffe aus Drittstaaten geschützt sind.

„Wir beenden die Ära der Entweder-oder-Entscheidungen. Unternehmen mussten bisher wählen: maximale Funktionalitäten aus Übersee oder europäische Souveränität. Mit der T Cloud Public liefern wir jetzt das Beste aus beiden Welten. Wir bauen nicht nur eine souveräne Cloud, sondern das digitale Fundament für ein wettbewerbsfähiges, freies Europa.

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Dr. Ferri Abolhassan, CEO T-Systems und Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG


Industrial AI Cloud erweitert GPU-Kapazitäten

Ein weiterer Baustein der Strategie ist die Industrial AI Cloud, die am 4. Februar offiziell startet. Sie erhöht nach Telekom-Angaben die verfügbare GPU-Kapazität in Deutschland um 50 Prozent und soll Europas größte souveräne KI-Infrastruktur bilden. Die nahtlose Kombination mit der T Cloud Public ermöglich Zugang zu GPU-Ressourcen der neuesten Generation für rechenintensive KI-Anwendungen.

Das Angebot umfasst die typischen Cloud-Services: Rechenleistung, Speicher, verwaltete Datenbanken und vorkonfigurierte Entwickler-Tools. Die modulare Architektur erlaubt es Kunden, gezielt einzelne Services auszuwählen, von grundlegender Netzwerkinfrastruktur bis zu vollständigen KI-Pipelines.

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Offene Standards gegen Vendor Lock-in

Die Telekom verspricht offene Standards und aktive Migrationsunterstützung, um klassische Vendor-Lock-in-Modelle zu vermeiden. Mit über 4.000 Unternehmenskunden, darunter zahlreiche DAX-Konzerne, Mittelständler und öffentliche Einrichtungen, hat sich die Plattform nach eigenen Angaben bereits im Markt etabliert.

Dr. Christine Knackfuss, Chief Sovereignty Officer und Vorstand von T-Systems, betont die kontinuierliche Weiterentwicklung: “Wir hinterfragen kontinuierlich unser eigenes Souveränitätsniveau und nutzen die strengen regulatorischen Vorgaben der Telekommunikationsbranche als zentralen Maßstab.”

Die Telekom hebt hervor, dass ihre Plattform eine dreimal höhere Zertifizierungsdichte aufweise als Wettbewerber. Dies mache sie besonders für regulierte Branchen wie Finanzwirtschaft und öffentliche Verwaltung attraktiv, da interne Audit-Aufwände erheblich reduziert würden.

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