Wann benötigen Unternehmen einen Chief Digital Officer?

Laut Bitkom planen viele Unternehmen eine Stellen für einen Chief Digital Officer ein. Jede fünfte Firma hat bereits einen CDO. Ist es wirklich notwendig neben dem CIO noch einen CDO zu etablieren? Worin unterscheiden sich die Aufgabengebiete?

Leserfrage: Laut Bitkom planen viele Unternehmen eine Stellen für einen Chief Digital Officer ein. Jede fünfte Firma hat bereits einen CDO. Ist es wirklich notwendig neben dem CIO noch einen CDO zu etablieren? Worin unterscheiden sich die Aufgabengebiete?

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Antwort Doc Storage:

CIO und CDO – was ist der Unterschied zwischen beiden Positionen, wer übernimmt beispielsweise die Führung bei der »digitalen Transformation«? Heute haben sich so viele digitale Rollen etabliert, dass man leicht bei deren Definition durcheinanderkommen kann.

Die beiden Positionen Chief Information Officer (CIO) und Chief Digital Officer (CDO) klingen zwar ähnlich, haben aber tatsächlich sehr unterschiedliche Aufgaben. Weiter kann es leicht zu Verwirrungen kommen, gibt es doch noch eine dritte Rolle mit den gleichen Initialen, den Chief Data Officer (CDO). Diese Position hat nochmal andere Verantwortlichkeiten als die beiden anderen. Was bedeuten also diese Titel und wie unterscheiden sich die Tätigkeitsfelder?

Der CIO ist in der Regel für die gesamte DV-Strategie und die Implementierung der Technologieinfrastruktur eines Unternehmens verantwortlich. Seine Aufgaben umfassen den Entwurf von DV- und Digital-First-Geschäftsstrategien, die Überwachung der Beschaffung neuer DV-Werkzeuge und -Technologien und das DV-Service-Management. Abgekürzt sind die CIOs meist die DV-Führungskräfte der höchsten Ebene in einem Unternehmen. Meist berichten alle anderen DV-Führungskräfte, einschließlich der CDOs an diesen CIO, welcher wiederum an den CEO und den Vorstand berichtet.

Chief Data Officer: Chef der Daten

Der Chief Data Officer (CDO) wird typischerweise damit beauftragt, datengesteuerte Erkenntnisse und Empfehlungen zur Verbesserung des Geschäftsbetriebes bereitzustellen. Mit der immer weiter reichenden Nutzung von Big-Data sollen CDOs dazu beitragen, das Beste aus Unternehmensdaten, Analysen, »künstlicher Intelligenz« und verwandten Technologien zu extrahieren, um Risiken und Chancen sowohl auszumachen, vorherzusagen als auch darauf zu reagieren. Die Aufgaben eines CDOs umfassen den Entwurf der DV-Strategie eines Unternehmens, das Ausrichten dieser Strategie an den Zielen des Unternehmens, die Einführung und Wartung von DV-Systemen, die Optimierung der Nutzung der in der Organisation vorliegenden Daten und die Ergreifung von Initiative im Zusammenhang neuen Nutzungsmöglichkeiten. Die Rolle des CDO ist noch recht neu und entwickelt sich noch. Nicht jedes Unternehmen benötigt einen CDO, und manchmal ist es von Vorteil, gewissen Abteilungen noch die Verantwortung für bestimmte Prozesse und Daten zu überlassen.

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Chief Digital Officer: Chef der digitalen Tranformation

Der Chief Digital Officer (CDO) wiederum ist eine DV-Führungsrolle, die sich auf die Digitalisierung konzentrieren soll, also auf die Überführung analoger Geschäftsprozesse in digitale. Beispiele für die Digitalisierung können vereinfacht betrachtet die Verwendung digitaler anstelle physischer Aufzeichnungen oder die Durchführung von Online-Konferenzen anstelle von Telefonbesprechungen sein. Heute beschäftigt ein Fünftel der mittleren und großen Unternehmen einen CDO. Allerdings deuten neuere Untersuchungen darauf hin, dass die Rolle des CDO schon wieder auf dem Rückzug ist. Dieses häufig, weil viele CDOs Schwierigkeiten hatten bei der Einführung der »digitalen Transformation« hatten. Dabei dürfte eines der größten Probleme gewesen sein, dass es in den meisten Fällen weniger um die Digitalisierung als um die Transformation ging. Und eine solche Transformation ist niemals und nirgends willkommen, weil sie immer große Veränderungen mit sich bringt. Fast alle Menschen haben Angst vor Veränderungen, und daran scheitern die meisten dieser Projekte.

Dier letzte Punkt, also die Angst und vor und damit der Widerstand gegen Veränderungen, erzeugt die Diskrepanz zwischen der idealisierten Vorstellung der digitalen Transformation und deren meist bitteren Realität, die nicht ohne organisatorische Veränderungen auskommen kann. Änderungen bringen zwar Vorteile, aber der Weg zur Transformation erfordert Arbeit und kann beängstigend sein.

Ein Teilnehmer des World Economic Forums hat es einmal sehr treffend ausgedrückt: »CDOs scheitern nicht, weil sie unqualifiziert, unmotiviert oder inkompetent sind. Sie scheitern, weil sie zum Scheitern bestimmt sind.«

Trotz des meist glanzlosen Schicksals dieser Position wird die digitale Transformation weiterhin eines der vorherrschenden DV-Projekte in jedem Unternehmen bleiben. Und das größtenteils unter der Führung anderer Kräfte wie des CIO.

Viele Unternehmen haben Chief Digital Officers eingestellt, um ihre DV- und anderen Unterorganisationen beim Übergang zu neuen Digital-First-Betriebsmodellen zu unterstützen. Doch anstatt eine neue Position zu schaffen und zu besetzen, um diese Bemühungen anzutreiben, wenden sich viele Vorstände an ihre CIOs, um diese Aufgabe zu erledigen. Dabei sind CIOs verantwortlich für die Konzeption und Leitung von Initiativen zur digitalen Transformation, die Budgetierung und Investitionen in neue Technologien, die Schaffung digitaler Innovationscluster in der Organisation, die Schulung anderer Führungskräfte über den Wert der betriebenen und zukünftigen digitalen Technologie und das Schaffen und Erhalten einer Digital-First-Kultur.

Kurz gesagt erweitern CIOs damit ihre Verantwortlichkeiten über das DV-Service-Management (ITSM) hinaus, indem sie Geschäftsstrategie und Geschäftstransformation übernehmen. Da sie bereits Teil der Hierarchie einer Organisation sind, sind sie oft besser in der Lage, die Bemühungen, um die digitale Transformation zu leiten. Als de facto DV-Führungskräfte berichten die Chief Data Officers normalerweise auch an die CIOs. Auch wenn CDOs die Aktionen zur digitalen Transformation möglicherweise nicht lenken, sind sie dennoch von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus wird ihre Rolle mit der zunehmenden Verbreitung von Big-Data, künstlicher Intelligenz und Analytik noch wichtiger.

Schlussfolgerung: CIO bleibt der Chef von allem

In der Vergangenheit waren CIOs ausschließlich für das DV-Service-Management verantwortlich, dies aber ändert sich mit der Entwicklung moderner Organisationen. Während der Chief Digital Officer (CDO) die Digitalisierung in vielen Unternehmen vorangetrieben hat, gibt es vermehrt Anzeichen dafür, dass der CIO dieses Ruder wieder übernimmt. In der Folge sind CIOs häufig mit Unterstützung anderer DV-Führungskräfte für die Gestaltung und Leitung von Maßnahmen zur digitalen Transformation verantwortlich.

Chief Data Officers zum Beispiel sind umso nützlicher geworden, je mehr datengesteuerte Technologien eingesetzt werden. Hiermit können wir davon ausgehen, dass sowohl CIOs als auch CDOs eine wichtigere Rolle in der Führung der digitalen Transformation einnehmen werden.

Gruß
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