Speichermarkt 2020 – Ein Rückblick

Doc Storage zieht ein Resümee für den Speichermarkt 2020 und seines Ausblicks Anfang des Jahres. Technologisch hatten die vergangenen zwölf Monate wenig zu bieten. Pandemiebedingt hat sich vieles nicht wie erwartet bzw. ganz anders entwickelt.

Kolumne Doc Storage:

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Wie wir alle wissen, haben sich die Grundvoraussetzungen für die gesamte DV zum Anfang dieses Jahrs grundsätzlich geändert. Schienen in meinem Ausblick auf 2020 noch Technologien mehr oder weniger bekannte wie Storage Class Memory, Software-defined und Computational Storage oder NVMe wichtig, so hatten die meisten IT-Abteilungen spätestens ab Ende Februar mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als mit den Tests und der Einführung neuer Lösungen. Die Weiterentwicklung von Hardware hat in diesem Jahr sehr gelitten, nicht nur, aber vor allem an den nicht mehr vorhandenen oder sehr beschnittenen Budgets der einschlägigen Abteilungen.

Das schlug natürlich bis zu den Herstellern durch, die durch die erzielten Gewinne natürlich auch die Weiterentwicklung ihrer Produkte finanzieren. Was kaum noch passieren kann, wenn kaum noch jemand diese Produkte kauft – sondern vielmehr verständlicherweise die Nutzungszeiten verlängert und immer neue Dienste auf die bereits vorhandenen Systeme verlagert.

2020 kein Jahr für Hersteller und Technologien

Für die Hersteller war dies aus diesen Gründen ein sehr dunkles Jahr, sowohl was die Umsätze, aber dadurch auch die Fortentwicklung angeht. Die meisten kreativen Ansätze kamen folglich nicht aus den technischen, sondern aus den kaufmännischen Abteilungen – man schnürte immer neue Bündel, verlagerte die Nutzung vom gebundenen Kapital zu den operativen Investitionen, und bot den Kunden neue Preislisten mit anderen Konfigurationsmöglichkeiten an. Natürlich werden es die meisten Hersteller anders sehen und mich dafür geißeln. Selbstverständlich haben wir in diesem Jahr auch einige Neuerungen gesehen, allerdings handelt es sich dabei fast durchgehend nur um schnellere oder größere Varianten der bereits vorhandenen Produktschienen.

2021 steht für Cloud, Privatsphäre und Sicherheit

Ich bekomme dagegen eine Gänsehaut, wenn ich mir die drei noch in meinem Ausblick angeführten, nicht produktspezifischen Themen ansehe. Da habe ich in harmloser Naivität genau die drei Themen aufgelistet, die durch das Hereinbrechen der Pandemie und der dadurch erfolgten Verlagerung großer Teile der DV ins Home-Office wichtiger geworden sind als je zuvor. Cloud, Privatsphäre und Sicherheit habe ich dort aufgelistet, nicht ahnend, dass uns allen durch die bekannten Umstände genau die Nutzung und Einführung allumfassender Lösungen genau auf diesen Feldern aufgezwungen würde.

Wer sich nicht bereits vorher um diese »weichen« Aufgaben gekümmert hatte, wurde brachial in diesen Eimer gedrückt, es gab keine andere Wahl als Lösungen auf diesen Gebieten zu implementieren. Deshalb sehen wir auch jetzt am Ende des Jahres Anbieter aus genau diesen drei Feldern als die (bisher) großen Gewinner der Krise. Niemandem in der Branche geht (im Moment) es besser als Herstellern, die sich mit einem oder mehreren dieser Themen beschäftigen und ihren Kunden schnelle, einfache und vor allem preiswerte Lösungen bieten. Und auf keinem anderen Gebiet gibt es in schöner Regelmäßigkeit immer neue Produkte.

Daten sind und bleiben das zentrale Element

Das Fazit des Textes (»Daten bleiben das zentrale Element der Entscheidungsfindung«) könnte ich so für 2021 übernehmen, allerdings – war das nicht schon immer so? Wir betreiben unsere Rechner ja nicht, weil sie die Heizung ersetzen, unsere Speichersysteme nicht, weil sie so schön blinken. Sondern wir wollen mit all diesen Dingen Geld verdienen, den Nutzen der gespeicherten Informationen mehren.

Es bleibt nur zu hoffen, dass wir irgendwann im kommenden Jahr wieder vom »die Burg verteidigen« hin zum proaktiven Entwickeln unserer DV-Landschaft kommen. Vielleicht, wenn der ganze Wahnsinn vorbei ist, erhöhen uns die C-Typen wieder die Budgets, und wir können wieder das tun, wofür wir eigentlich da sind, nämlich kreativ an der Fortentwicklung der Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen mitzuarbeiten.

Wie gesagt, es bleibt zu hoffen.

In der ersten Woche des Neuen Jahres werde ich dann einen Ausblick auf 2021 wagen, mal sehen, welche Überraschungen dann für uns bereitstehen…

Ich wünsche allen Lesern ein frohes, ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Weg in ein hoffentlich schöneres Neues Jahr! Und natürlich nicht allzu viel Arbeit an den beiden idealen DV-Wochenenden mit jeweils vier Tagen ohne störende Anwender. Ich wünsche allen Kollegen durchlaufende Installationen, störungsfreie Migrationen und verständnisvolle Familien.

Gruß
Doc Storage

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