Vorausplanung von IT/Storage-Strukturen III

Rechenzentrums-Kapazität vorausschauend planen

Doc. tec. Storage beantwortet alle Ihre technischen Fragen zu Storage, Backup & Co.

Der Erfolg einer IT-Abteilung hängt weitgehend von der Fähigkeit ab, Ressourcen schnell und sicher bereitzustellen und bei Bedarf schnell zu skalieren. Und dies möglichst immer punktgenau. Doc Storage erklärt, worauf bei der Planung von RZ-Kapazitäten zu achten ist.

Antwort Doc Storage:

Bei der Kapazitätsplanung für Rechenzentren handelt es sich um den Prozess der Vorbereitung der wichtigsten Ressourcen einer DV-Organisation (also Platz, Stromversorgung, Kühlung und Strom- bzw. Netzwerkanschlüsse), Hard- und Software, um den Anforderungen der aktuellen und abzusehenden Anforderungen von Benutzern und Diensten gerecht zu werden. Bei korrekter Umsetzung trägt die Planung für Rechenzentren dazu bei, die maximale Betriebszeit aufrechtzuerhalten und die Effizienz der Auslastung aller Systeme zu steigern. Die Planung der RZ-Kapazität ist äußerst wichtig.

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Der Erfolg einer DV-Organisation hängt weitgehend von deren Fähigkeit ab, Ressourcen schnell und sicher zu skalieren. Eine ungenaue Kapazitätsplanung kann sehr teuer und damit schädlich für ein Unternehmen sein. Falls die Kapazität überdimensioniert ist, nutzt das Rechenzentrum die Ressourcen nicht effizient. So ist möglicherweise mehr Platz in den Schränken vorhanden als nötig oder die Kühlkapazität übersteigt den tatsächlichen Bedarf. Lassen sich Kapazitäten jedoch nicht ausreichend bereitstellen, kann es in Rechenzentren zu Ausfallzeiten kommen – Anwendungen und Dienste können beeinträchtigt werden, was zu unzufriedenen Nutzern und Kunden führt.

Die Kapazitätsplanung wird dadurch erschwert, dass die Auslastung typischerweise je nach Tag, Woche, Monat und sogar Saison schwankt. Oftmals sind eine erweiterte Planung und ausgefeilte Berechnungen erforderlich, um einen reibungslosen Betrieb von Diensten und Anwendungen sicherzustellen. Die genaue Planung der RZ-Kapazität kann für Verantwortliche aufgrund der dichten, verteilten und komplexen Natur moderner RZ-Installationen eine Herausforderung darstellen. Immer neue Geschäftsinitiativen erfordern von Unternehmen die Sicherung, Nutzung und Analyse riesiger Datenmengen in verschiedensten Arten, und entsprechende Experten müssen in der Lage sein, mit diesem Tempo mitzuhalten, um den Bedarf an DV-Ressourcen zu decken.

Um dieser Nachfrage mit Reaktionsfähigkeit und Flexibilität gerecht zu werden, nutzen viele Verantwortliche entsprechende Verwaltungs-Software und befolgen darüber hinaus bewährte Praktiken für eine optimierte Kapazitätsplanung.

In der Vergangenheit war es nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen ausreichend RZ-Kapazität für zehn Jahre bauten. Das tatsächliche Ergebnis war jedoch eine grassierende Überversorgung, übermäßige Verschwendung und erhöhte Kosten. Zu den Gründen für das Scheitern dieser Strategie zählen unter anderem, dass die genutzte Hardware schwer zu ersetzen war, die Energie-Ressourcen ineffizient genutzt wurden und Umzüge, Erweiterungen und Änderungen nicht schnell abgeschlossen werden konnten, um auf geänderte Nachfragen zu reagieren.

Bedarfsorientierte Strategie für RZ-Kapazitäten

Dank der Fortschritte in den Bereichen Virtualisierung, Energieeffizienz und Verwaltungs-Software können heutige Verantwortliche nun mit einer bedarfsorientierten Strategie arbeiten. Diese ermöglicht es, die Kapazitäten an die Anforderungen von DV- und Geschäftsabläufen Just-in-Time zu optimieren.

Die erfolgversprechendste Planung von Kapazitäten in Rechenzentren sieht heute so aus:

  • Bestimmung aller Ressourcen, die für den Einsatz neuer Geräte erforderlich sind. Dazu gehören Schrank-Platz und -Stromversorgung, USV-Stromversorgung, vorgeschaltete Leistungsschalter oder Panel-Stromversorgung, Kühlung, Glasfaser- oder Datenanschlüsse am Schrank, Patchpanels und Switches.
  • Feststellung, ob die erforderlichen Komponenten bereits zur Gänze ausgelastet oder noch Kapazitäten verfügbar sind. Falls möglich, sollten zunächst ungenutzte Platz-, Strom- und Verbindungskapazitäten genutzt werden.
  • Sicherstellung, dass die Kapazitätsanforderungen erfüllt werden und über Redundanz verfügen, um den Betrieb im Falle eines Failover-Szenarios aufrechtzuerhalten.
  • Erstellen eines Planes für die Bereitstellung der neuen Geräte, Mitteilung an die erforderlichen Teams wie DV, Netzwerk und anderer Einrichtungen, um eine möglichst gute Abstimmung zu erreichen.
  • Durchführung einer Was-wäre-wenn-Analyse, um festzustellen, ob die Kapazitätsplanungsberechnungen korrekt sind, um die Nettoauswirkungen von Erweiterungen und Stilllegungen auf den gesamten RZ-Betrieb zu ermitteln.
  • Reservierung des gesamten erforderlichen Platzes, Strom, Kühlung und Anschlusskapazitäten.
  • Erteilung der Arbeitsaufträge für die gesamte physische Installation der Ausrüstung.
  • Prüfung und Akzeptanz der durchgeführten Arbeit, Aktualisierung aller Datenbanken, um den neuen Stand der Kapazitätsauslastung widerzuspiegeln.
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Mit wenig viel erreichen

Moderne RZ-Experten haben die Aufgabe, mit immer weniger immer mehr zu erreichen. In der sich ständig verändernden RZ-Umgebung ist ein datenzentrischer Ansatz erforderlich, um alle Kapazitäten effektiv für maximale Effizienz zu planen. Um den Erfolg zu messen und sicherzustellen, dass die gesetzten Geschäftsziele erreicht werden, greifen Verantwortliche zunehmend auf DCIM-Software (Data Center Infrastructure Management) zurück, um die wichtigsten KPIs des Rechenzentrums zu verfolgen, umsetzbare Erkenntnisse zu gewinnen und eine fundiertere Entscheidungsfindung zu ermöglichen.

Zu den am häufigsten verwendeten KPIs für die Kapazitätsplanung gehören:

  • Kapazität nach wichtigen RZ-Ressourcen (Platz, Strom, Kühlung und Strom-/Netzwerk-Port-Verbindungen). Dieser Wert ist wichtig, um datengesteuerte Entscheidungen zu treffen, wenn Platz reserviert und neue DV-Geräte bereitgestellt werden, Energie-Ressourcen effizienter genutzt, Betriebskosten eingespart oder die Unternehmensleitung davon überzeugt werden muss, dass mehr Kapazität benötigt wird.
  • Kapazität nach logischen Gruppen (z. B. Funktion, Abteilung). Rechenzentrumsprojekte werden oft logischen Gruppen zugeordnet. Dieser Wert bietet zusätzliche Granularität, sodass sich die Auslastung jeder Gruppe überwachen lässt, um Ressourcen richtig zuzuweisen.
  • Einzelstromkapazität pro Schrank. Häufig weisen Verantwortliche jedem Rack mehr Strom zu, als von der Ausrüstung benötigt wird. Dadurch geht Strom verloren, der an anderer Stelle im Rechenzentrum eingesetzt werden könnte, um Kosten zu sparen.
  • Tragfähigkeit des Doppelbodens. Ist die Tragfähigkeit des Doppelbodensystems bekannt und das Gesamtgewicht aller Schränke und Geräte überwacht wird, lässt sich sicherstellen, dass die Tragfähigkeit nicht überschritten wird und weitere Tragfähigkeit für den Einsatz neuer Geräte verfügbar ist.
  • Verbleibende verfügbare Boden- und Schrankfläche. Durch die Nachverfolgung der verfügbaren Boden- und Schrankfläche können IT-Manager die Effizienz der Raumnutzung feststellen, wie viel Platz im Vergleich zur Stromkapazität für die Bereitstellung neuer Geräte verbleibt und wie viel Leerraum für die Bereitstellung neuer Schränke auf dem Boden des Rechenzentrums verfügbar ist.
  • Verfügbarer Platz nach Rack-Einheitsgröße. Mit diesem Wert, der auch als Fragmentierung der Schrank-Einheiten bezeichnet wird, lässt sich abbilden, wie viele Elemente basierend auf der Höhe der Schränke im Rechenzentrum installiert werden können, und die Beziehung zwischen Gerätegröße und Kapazität lässt sich visualisieren.
  • Kapazitäts- und Nutzungstrends der Schrank-Einheiten. Hiermit können auf einen Blick die Auswirkungen von Installationen, Stilllegungen und zusätzlichem Platz auf den Kapazitätszuwachs oder -rückgang errechnet werden, um genau zu wissen, wann die Kapazitäten erschöpft sein werden.
  • Verbleibende Stromkapazität in Tagen. Durch die Ermittlung des Stromverbrauchstrends und die Vorhersage der Anzahl der Tage, bis dem RZ der Strom ausgeht, wird dargestellt, wann Sie mehr Kapazität angekauft werden muss.
  • Nutzung des Leistungskettenschalters. Wenn Leistungsschalter nicht ordnungsgemäß überwacht werden, können Überlastungen auftreten und Ausfallzeiten entstehen, Engpässe in der Stromkette verursachen oder nicht ausreichend ausgelastet sein. Dies führt dazu, dass die Strom-Ressourcen nicht optimal genutzt werden.
  • USV-Lastfaktor. Der Lastfaktor ist das Verhältnis der tatsächlichen Last einer USV zur maximalen Last, die gleichzeitig hätte genutzt werden können. Ein niedriger Lastfaktor weist auf eine ineffiziente Energienutzung hin, die behoben werden sollte.
  • Schränke mit den meisten freien Daten- und Stromanschlüssen. Bei der Bereitstellung neuer Geräte sollte eine Übersicht existieren, wo der Schrankraum am besten reserviert werden sollte, um eine optimale Ressourcen-Nutzung zu erreichen. Dazu muss bekannt sein, welche Schränke über verfügbare Daten- und Stromanschlusskapazitäten verfügen.
  • Kapazitäts- und Nutzungstrends für Daten- und Stromanschlüsse. Durch die Verfolgung der Kapazität bis hin zur Daten- und Stromportebene erhält man detaillierte Daten, die Aufschluss darüber geben, wie viele verfügbare Ports noch frei sind. Durch die Überwachung der Nutzung und Kapazität nach Anschlusstyp wird sichergestellt, dass im Rechenzentrum nie die freien Ports ausgehen.

Zentrale Verwaltung

DCIM-Software kann genutzt werden, um alle Ressourcen und Kapazitäten zentral zu verwalten und die Suche und Reservierung von Ressourcen zu vereinfachen. Mit einer solchen Software stehen folgende Funktionalitäten zur Verfügung:

  • Auffinden des optimalen Schrankes für den Einsatz neuer Geräten. Dies geschieht durch Angabe von Standort- und Gerätekriterien, die Software ermittelt die verfügbare Kapazität automatisch.
  • Gleichzeitige Reservierung von Platz, Strom und Anschlüssen. Nutzung von Echtzeitdaten für nahtlose Just-in-Time-Reservierungen für mehrere Benutzer in mehreren Projekten. Sobald ein Artikel für die Installation geplant ist, werden die erforderlichen Ressourcen automatisch reserviert und für die anderweitige Verwendung gesperrt.
  • Ermitteln von Leistungskapazität bei jedem Sprung in der Energiekette. Heutige DCIM-Plattformen berechnen die Stromkapazität eines Rechenzentrums genauso, wie ein Elektrotechniker Strom reserviert, jedoch mit automatischen, sofortigen Berechnungen, die manuellen Aufwand und menschliches Versagen ausschließen.
  • Korrelieren und berichten von Kapazitätsbeschränkungen. Visuelle 3D-Berichte auf einer Grundrisskarte erläutern genau, warum mehr Rechenzentrumskapazität benötigt wird.
  • Darstellung der Kapazität auf Portebene in jedem Schrank. Generierung eines Echtzeitüberblickes über den verfügbaren Platz, die budgetierte Leistung, das Gewicht, die verfügbaren Höheneinheiten, die potenzielle Leistung und die Kupfer-/Glasfaser-/Stromanschlüsse an jedem Schrank.
  • Prognostizierung der Kapazität mit Echtzeit-Ressourcen-Management. Ein Blick in die Zukunft, um Erweiterungen, Stilllegungen und andere Änderungen zu planen, die sich auf die Kapazität eines Rechenzentrums auswirken. Nutzung von Echtzeitdaten, um die verbleibende Kapazität in Tagen vorherzusagen, um zu wissen, wann welche Geräte oder Kapazitäten zugekauft werden müssen.
  • Visualisierung der Platzkapazität in allen Schrankhöhen. Keine Excel- oder Visio-Verwaltung mehr mit automatisch erstellte Schrankansichten. Schnelle Darstellung der verfügbaren Platzkapazität für Schränke an jedem Standort.

Gruß
Doc Storage

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