Große Nutzungslust trifft auf Skepsis

Zwiespalt bei Smart Glasses: Hohes Interesse, aber Angst vor Überwachung

Meta Smart Glasses
Bildquelle: TannySolt/Shutterstock.com

Smart Glasses stoßen auf großes Interesse, wecken aber auch Angst vor unbemerkter Überwachung. Der Bitkom fordert klare Regeln.

Smarte Brillen mit integrierter Kamera, Mikrofon und KI-Assistenten gewinnen an Beliebtheit, sorgen jedoch gleichzeitig für erhebliche Bedenken beim Schutz der Privatsphäre. Wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 1.164 Personen in Deutschland zeigt, klafft zwischen der eigenen Nutzungswunsch und dem Unbehagen gegenüber anderen Trägern eine deutliche Lücke.

Anzeige

Während 43 Prozent der Deutschen Interesse daran zeigen, selbst Smart Glasses zu tragen, empfindet die große Mehrheit das Filmen durch andere Personen im öffentlichen oder privaten Raum als unangenehm.

Die zentralen Umfrageergebnisse im Überblick

  • Kamera-Skeptiker: 76 Prozent der Befragten möchten nicht, dass andere sie unbemerkt mit einer smarten Brille aufnehmen (71 % bei den 16- bis 29-Jährigen, 79 % ab 65 Jahren).
  • Zutrittsverbot im Privaten: 62 Prozent würden Personen, die eine solche Brille tragen, nicht in ihr eigenes Zuhause lassen.
  • Eigene Nutzung: 15 Prozent haben bereits Smart Glasses im Alltag oder testweise genutzt, weitere 28 Prozent würden dies gerne tun. Für 52 Prozent kommt das Tragen hingegen nicht infrage.
  • Klare Aufnahmesignale gefordert: 82 Prozent verlangen, dass Smart Glasses für Umstehende unübersehbar anzeigen, wenn Ton- oder Bildaufnahmen laufen.

Bitkom fordert „Privacy by Design“ statt Pauschalverbote

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder spricht sich gegen generelle Verbote von Smart Glasses aus, da Kameras durch Smartphones, Dashcams oder Bodycams im Alltag ohnehin bereits allgegenwärtig seien. Stattdessen brauche es klare technische Standards und gesetzliche Rahmenbedingungen.

Hersteller müssten den Datenschutz bereits bei der Produktentwicklung („Privacy by Design“) integrieren – etwa durch Signalleuchten (LEDs), die Aufnahmen verlässlich anzeigen und die Kamera deaktivieren, falls das Signal abgedeckt wird. Gleichzeitig fordert der Verband spürbare Sanktionen für heimlich angefertigte Aufnahmen.

Anzeige

(Bitkom/red)

Anzeige

Weitere Artikel

Newsletter
Newsletter Box

Mit Klick auf den Button "Jetzt Anmelden" stimme ich der Datenschutzerklärung zu.