Kein natives Tool

Windows 11 verärgert Nutzer: Speedtest-Tool ist ein Bing-Link

Windows
Bildquelle: ssi77/Shutterstock.com

Microsoft rollt mit dem Patch-Tuesday-Update vom März 2026 ein neues „Speedtest”-Feature für Windows 11 aus. Doch statt einer nativen Funktion landen Nutzer schlicht auf Bing.com.

Microsoft verteilt seit dem 10. März 2026 das aktuelle Patch-Tuesday-Update für Windows 10 und Windows 11. Während Windows 10 keine neuen Funktionen erhält, bekommt Windows 11 unter anderem Unterstützung für Emoji 16 sowie einen neuen Eintrag im Kontextmenü der Taskleiste. Rechtsklick auf das Netzwerksymbol, „Perform speed test” anklicken und schon öffnet sich der Standardbrowser mit einer Bing-Suchanfrage, wie das Magazin WindowsLatest berichtet. Anwender hofften allerdings auf ein eigenes Windows-internes Tool.

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Kein natives Tool, nur ein Link

Die Funktion ist nicht neu: Sie tauchte bereits Ende Februar im optionalen Update KB5077241 auf. Mit dem aktuellen Sicherheitsupdate wird sie nun schrittweise breiter ausgerollt. Native Windows-Funktionalität steckt dahinter allerdings nicht. Microsoft hat schlicht eine Verknüpfung zu Bing.com in das Kontextmenü eingebaut.

Der Speedtest selbst läuft über eine Kooperation mit Ookla, dem Betreiber von Speedtest.net. Microsoft hatte sein früheres, auf Azure basierendes Messtool zugunsten dieser Partnerschaft aufgegeben. Ookla gehört inzwischen zum Beratungskonzern Accenture.

Immerhin: Der Link öffnet den vom Nutzer eingestellten Standardbrowser, nicht zwingend den Edge. Und die Messung selbst funktioniert.

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Abschalten nicht möglich

Einen Haken hat die Sache zusätzlich: Der neue Menüeintrag lässt sich nicht entfernen und auch nicht auf einen anderen Dienst umleiten. Nutzer, die lieber ein anderes Tool verwenden, müssen den Umweg über Bing trotzdem in Kauf nehmen oder den Eintrag schlicht ignorieren.

Dabei war Microsoft schon einmal weiter. Zu Windows-8-Zeiten gab es eine vollwertige Netzwerktest-App, gebaut mit dem nativen XAML-Framework. Sie zeigte Verbindungsdetails, speicherte Messergebnisse und fügte sich optisch in das damalige Systemdesign ein.

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Weniger Aufwand, mehr Bing

Microsofts Börsenwert ist seit 2013 auf etwa das Elffache gestiegen. Der Aufwand für native Windows-Features scheint in dieser Zeit nicht mitgewachsen zu sein. Stattdessen wandert ein weiterer Einstiegspunkt im Betriebssystem zu einem Webangebot des Konzerns. Ob das im Sinne der Nutzer ist, darf bezweifelt werden.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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