Der Beratungskonzern Accenture hat die Übernahme der Connectivity-Sparte von Ziff Davis angekündigt. Das Paket umfasst unter anderem Ookla, bekannt durch den Internetgeschwindigkeitstest Speedtest.net sowie Störungsmeldungsdienst Downdetector.
Der Kaufpreis beläuft sich auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Neben Ookla gehen auch die Dienste Ekahau, ein Tool zur Planung und Analyse von WLAN-Netzen, sowie RootMetrics, das Mobilfunknetze bewertet, an Accenture über. Laut einer Mitteilung des Unternehmens sollen die gebündelten Dienste Telekommunikationsanbietern, Hyperscalern und Unternehmen dabei helfen, ihre WLAN- und 5G-Infrastruktur zu optimieren.
Mehr als 1.000 Datenpunkte pro Messung
Ooklas Plattform erfasst nach Angaben von Accenture mehr als 1.000 Attribute pro Geschwindigkeitstest. Diese Daten sollen künftig als Grundlage für weitergehende Netzwerkanalysen dienen, etwa zur Betrugserkennung im Bankwesen, zur Überwachung von Smart-Home-Geräten oder zur Verkehrsoptimierung im Einzelhandel.
„Moderne Netzwerke haben sich von einfacher Infrastruktur zu geschäftskritischen Plattformen entwickelt”, sagte Accenture-CEO Julie Sweet. „Ohne die Möglichkeit, die Performance zu messen, können Unternehmen weder Nutzererlebnis noch Umsatz oder Sicherheit optimieren.”
Ziff Davis zahlt Schulden ab
Für Ziff Davis ist das Geschäft ein willkommener Ausweg. Der Medienkonzern hatte erst vor zwei Wochen im Rahmen seiner Q4-Zahlen Schulden in Höhe von 872 Millionen Dollar offengelegt. Mit dem Erlös aus dem Verkauf soll ein Großteil davon getilgt werden. Die Connectivity-Sparte hatte laut Ziff-Davis-CEO Vivek Shah im vergangenen Jahr einen Umsatz von 231 Millionen Dollar erwirtschaftet, rund 16 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns.
Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und soll laut Accenture in den kommenden Monaten abgeschlossen werden.