US-General will Daten zu COVID-Falschinfos

Vivek Murthy, Leiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes in den USA, hat die großen Technologieunternehmen formell dazu aufgefordert, Daten über die Verbreitung von COVID-19-Falschinfos zu teilen.

Soziale Netze, Suchmaschinen und andere Plattformen sollen unter anderem klarstellen, wie viele Nutzer solchen Missinformationen ausgesetzt waren und was die wichtigsten Quellen der Unsinns-Erzählungen sind. Es ist das erste Mal, dass die Biden-Regierung derart formal von Big-Tech-Daten über COVID-19-Falschinfos anfordert.

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Falschinfo-Problem erfassen

Die Impfung enthalte Mikrochips, magnetisiere die Menschen oder verändere die DNA – diese und viele andere unsinnige Mythen rund um die Pandemie und den Schutz dagegen werden online verbreitet. Murthy hat solche Falschinformationen in der Vergangenheit als “dringende Gefahr für die öffentliche Gesundheit” bezeichnet und kritisiert, die Tech-Riesen würden zu wenig dagegen tun. Mit einem formellen “Request for Information” (RFI) will der Surgeon General das Problem nun klarer verstehen und beispielsweise von Plattformen erfahren, “wie viele User genau COVID-19-Fehlinformationen gesehen haben oder solchen möglicherweise ausgesetzt waren”.

“Technologieunternehmen haben jetzt die Gelegenheit, gegenüber dem amerikanischen Volk offen und transparent über die Missinformationen auf ihren Plattformen zu sprechen”, meint Murthy gegenüber “The Washington Post”. Dabei interssiert nicht nur, wie viele Nutzer Unsinn ausgesetzt waren, sondern auch, woher er kommt. Das RFI fordert die Tech-Unternehmen dazu auf, Daten darüber zu teilen, was die wichtigsten Quellen der COVID-19-Falschinformation sind. Im Blickpunkt stehen dabei nicht zuletzt Quellen, die gleichzeitig dubiose Produkte, Dienstleistungen und Behandlungen für COVID-19, wie etwa mit Ivermectin, anbieten.

Breite, unverbindliche Anfrage

Bis zum zweiten Mai werden soziale Medien, Suchmaschinen und andere Tech-Unternehmen Zeit haben, der Aufforderung des Surgeon General nachzukommen. Wirklich bindend ist das Ansuchen allerdings nicht, denn es zu ignorieren, zieht keine Strafe nach sich. Es bleibt also abzuwarten, welche Plattformen wirklich Daten mit der Öffentlichkeit teilen und wie umfassend diese dann ausfallen. Das RFI richtet sich indes auch an Gesundheitsdienstleister und die breite Öffentlichkeit. Dabei geht es darum, wie sich Corona-Falschinfos auf Patienten und Gemeinden auswirken. “Wir bitten jeden mit relevanten Erkenntnissen – von originären Forschungen und Datensätzen bis hin zu persönlichen Geschichten, die sich mit der Rolle von Fehlinformationen in der öffentlichen Gesundheit befassen -, diese mit uns zu teilen”, so Murthy.

www.pressetext.com

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