Ungewöhnlicher Wachstumstreiber

Ubuntu wächst auf Windows schneller als auf nativem Linux

Ubuntu
Bildquelle: daily_creativity/Shutterstock.com

Nach Angaben von Canonical wächst die Zahl der Ubuntu-Installationen über WSL inzwischen schneller als die nativer Desktop-Installationen.

Aufgedeckt wurde die Aussage vom Fachmagazin Windows Latest, das sie in einem bereits einige Monate zurückliegenden, im Newsletter The Pragmatic Engineer veröffentlichten Interview mit Jon Seager, dem bei Canonical für Engineering zuständigen Vice President, fand. Seager erklärte darin, das Wachstum bei den eigenen WSL-Nutzerzahlen liege binnen eines Jahres deutlich über dem Wachstum bei den klassischen Desktop-Nutzerzahlen. Er rechne damit, in den kommenden Monaten mehr Ubuntu-Nutzer über WSL zu verzeichnen als sogenannte native Ubuntu-Nutzer, insbesondere bei allen, die im Bereich maschinelles Lernen oder KI arbeiten. Viele Entwickler seien beruflich auf einen von ihrem Arbeitgeber vorgegebenen Windows-Rechner angewiesen, benötigten für ihre eigentliche Arbeit jedoch eine Linux-Umgebung, wofür sich WSL deutlich einfacher einsetzen lasse als klassisches Dual-Boot.

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WSL erlaubt es Nutzern, innerhalb von Windows eine vollständige Linux-Umgebung einzurichten und über ein Terminal zu bedienen, während Windows weiterhin als eigentliches Hauptbetriebssystem im Einsatz bleibt. Nach Einschätzung von Seager entscheiden sich viele Beschäftigte aus beruflichen Gründen bewusst für Windows als Basissystem und weichen bei Bedarf gezielt über WSL auf Ubuntu aus, ein Vorgehen, das die reinen WSL-Installationszahlen inzwischen schneller wachsen lasse als die der eigentlichen, nativ installierten Linux-Version.

Wie belastbar die Aussage über Ubuntu tatsächlich ist

Da das zitierte Interview bereits einige Monate zurückliegt und erst jetzt breitere Aufmerksamkeit erhielt, ist nicht auszuschließen, dass die von Seager beschriebene Entwicklung inzwischen bereits eingetreten ist. Die konkrete Aussage bezieht sich dabei ausdrücklich nur auf das Verhältnis von WSL-Installationszahlen zu nativen Ubuntu-Desktop-Installationszahlen bei Canonical selbst, nicht auf den generellen Marktanteil von Linux gegenüber Windows insgesamt. Im weltweiten Vergleich läuft nach wie vor der weit überwiegende Teil der globalen Rechenzentrums- und Server-Infrastruktur auf Linux, wovon reine WSL-Installationszahlen auf Windows-Desktops nur einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt darstellen.

(red)

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