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Gipfel Ende Oktober

Souveräne Datenwege: Europa und Kanada planen Seekabel

Ein Kabel von Norwegen nach Kanada und eine Arktis-Route nach Asien sollen den Datenverkehr unabhängiger von den USA machen.

Souveräne Datenwege: Europa und Kanada planen Seekabel

Europa und Kanada prüfen neue Unterseekabel, die den Datenverkehr zwischen beiden Regionen und weiter nach Asien an den USA vorbeiführen sollen. Zwei Projekte befinden sich derzeit in einem frühen Stadium: ein privat entwickeltes Kabel zwischen Norwegen und Kanada sowie ein von der EU geprüftes Kabel durch die Arktis. Beide stehen im Zusammenhang mit Bemühungen, die digitale Infrastruktur unabhängiger von einzelnen Staaten zu machen. Das berichtete Cybernews.

Kanadas Datenverkehr läuft über die USA

Ein großer Teil des kanadischen Daten- und Sprachverkehrs läuft derzeit über Netze in den USA. Nur wenige Unterseekabel verbinden Kanada direkt mit dem Rest der Welt, ohne über die USA zu führen, und keines davon gehört einem kanadischen Unternehmen. Nach Drohungen der US-Regierung gegenüber Kanada, darunter Zölle und wiederholte Äußerungen über Kanada als möglichen 51. US-Bundesstaat, prüft die Regierung von Premierminister Mark Carney diese Abhängigkeit.

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Kabel unter kanadischer Kontrolle

Hier setzt das Projekt Leif Erikson des norwegischen Infrastrukturunternehmens Bulk Infrastructure an. Laut Bloomberg soll das Kabel 4.600 Kilometer unter Wasser von Südnorwegen nach Happy Valley-Goose Bay in der Provinz Neufundland und Labrador verlaufen und von dort weitere 1.900 Kilometer an Land durch Québec bis nach Montreal. Die Kosten werden auf mehr als 620 Millionen US-Dollar geschätzt. Bulk sucht einen kanadischen Partner, der die Mehrheit übernimmt.

„Es muss ein souveränes kanadisches Kabelsystem sein”, sagte Bulk-Mitgründer Peder Nærbø gegenüber Bloomberg. Nach seinen Angaben haben sich das kanadische Major Projects Office, staatliche Investitionsgesellschaften und große Telekommunikationsanbieter des Landes gemeldet. Bulk entwickelt das Projekt seit 2021. Die verschlechterten Beziehungen zwischen Kanada und den USA haben es laut Nærbø attraktiver gemacht. Rund 65 Prozent von Bulk gehören laut Berichten bereits BGO, einer Tochter des kanadischen Versicherers Sun Life Financial. Finanzierung und Kunden sind noch nicht gesichert, für die Landstrecke sind Genehmigungen und die Zustimmung indigener Gemeinschaften nötig.

EU plant Arktis-Route nach Asien

Die EU geht einen Schritt weiter. Laut dem Entwurf einer neuen Arktisstrategie, über den Euronews berichtet, prüft sie ein Pan-Arctic Cable, das Europa über Grönland und Kanada mit Japan und Südkorea verbinden soll. In einem ersten Schritt könnte ein souveränes und sicheres Seekabel die EU mit Grönland verbinden. Für Projekte zur Anbindung Grönlands hat die EU laut Euronews bereits 107 Millionen Euro vorgesehen. Im Januar 2026 hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Dänemark erhöht, Grönland an die USA abzutreten.

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Gipfel Ende Oktober

Kanada und die EU hatten sich bereits im Dezember 2025 darauf verständigt, neue internationale Kommunikationswege zu prüfen, auch durch die Arktis. Beim Gipfeltreffen beider Seiten am 29. und 30. Oktober in Montreal könnte laut Berichten eine gemeinsame Erklärung zur Unterstützung von Unterseeinfrastruktur verabschiedet werden. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor.

(red)

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