Die SEPPmail AG hat den dänischen Security-Spezialisten CyberPilot übernommen und will damit ihre E-Mail-Security-Plattform um den Faktor Mensch erweitern.
Die Akquisition ist Teil einer langfristigen Strategie, eine vollständig europäische Plattform für E-Mail-Sicherheit aufzubauen.
Security-Awareness ergänzt technische Schutzmechanismen
CyberPilot mit Sitz im dänischen Aarhus entwickelt Lösungen für Security-Awareness-Training und Phishing-Simulationen. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Mitarbeitende und betreut nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Organisationen in Europa. Mit der Übernahme erweitert SEPPmail sein bisher vor allem technisch ausgerichtetes Angebot. Neben Verschlüsselung, Signaturen, Spam- und Malware-Schutz sowie sicheren Dateiübertragungen soll künftig auch das Verhalten von Mitarbeitenden stärker in die Sicherheitsstrategie einbezogen werden.
Die Transaktion ist bereits abgeschlossen. Über den Kaufpreis haben die beteiligten Unternehmen keine Angaben gemacht.
Mensch als zusätzlicher Bestandteil der Sicherheitsstrategie
SEPPmail schützt E-Mail-Kommunikation bislang vor allem durch automatisierte technische Verfahren. Dazu gehören Signatur und Verschlüsselung auf Basis von S/MIME und PGP, die Domain Encryption sowie der sichere Austausch großer Dateien. Ergänzt wird das Portfolio durch den Spam- und Malware-Schutz der seppmail.cloud.
CyberPilot soll diese Schutzmechanismen um Human Risk Management ergänzen. Security-Awareness-Trainings sollen Beschäftigten typische Angriffsmethoden vermitteln und dabei helfen, riskante Situationen frühzeitig zu erkennen.
Phishing-Simulationen gehen noch einen Schritt weiter. Sie sollen zeigen, wie Mitarbeitende auf entsprechende Angriffe reagieren und Unternehmen dadurch eine Möglichkeit geben, den Lernerfolg messbar zu machen. Marcus Zeidler, CEO der SEPPmail AG, sieht darin eine notwendige Ergänzung der bisherigen Sicherheitsstrategie: „Technisch sichern wir die E-Mail-Kommunikation unserer Kunden seit Jahren zuverlässig ab. Ein Faktor, der dennoch bleibt, ist der Mensch.“
Europa als strategisches Auswahlkriterium
Mit der Übernahme verfolgt SEPPmail zugleich eine klare europäische Ausrichtung. Anbieter außerhalb Europas seien bei der Suche nach einem passenden Partner nicht berücksichtigt worden. Hintergrund ist die wachsende Bedeutung digitaler Souveränität und der Kontrolle über Daten und Lieferketten. SEPPmail will sein Plattformangebot deshalb ausschließlich mit europäischen Technologiepartnern weiterentwickeln. Die Akquisition von CyberPilot ist dabei bereits der zweite Schritt beim Aufbau dieser Plattformstrategie.
Fokus auf einfachen Betrieb
CyberPilot setzt nach eigenen Angaben nicht auf eine möglichst große Zahl an Funktionen, sondern auf einen messbaren Lernerfolg bei möglichst geringem Administrationsaufwand. Das soll insbesondere für mittelständische Unternehmen relevant sein. Awareness-Programme können in der Praxis einen erheblichen organisatorischen Aufwand verursachen, wenn Inhalte, Simulationen und Auswertungen dauerhaft gepflegt werden müssen. Künstliche Intelligenz soll bei CyberPilot gezielt eingesetzt werden, um administrative Aufgaben zu reduzieren. Die Entscheidungshoheit soll dabei weiterhin beim Administrator liegen.
Für bestehende Kunden ändert sich zunächst wenig
Die bisherigen Verträge von SEPPmail und CyberPilot bleiben bestehen. Auch Ansprechpartner und Supportstrukturen sollen zunächst unverändert bleiben.
CyberPilot wird weiterhin als eigenständige Einheit innerhalb der SEPPmail-Gruppe tätig sein. Die bisherige Geschäftsführung soll zudem Teil des Management Boards werden.
Im deutschsprachigen Raum setzt SEPPmail weiterhin auf den indirekten Vertrieb über Distributoren und Partner. Die CyberPilot-Lösungen sollen vor dem geplanten Marktstart für DACH hinsichtlich Lokalisierung, Packaging und Funktionsumfang angepasst werden.
Die Verfügbarkeit für Distributoren und Channel-Partner ist ab Ende 2026 vorgesehen.
Zentrale Plattform soll weitere Lösungen zusammenführen
Langfristig will SEPPmail die einzelnen Sicherheitsbereiche über eine zentrale Administrationskonsole zusammenführen. Dadurch sollen die verschiedenen Komponenten der Plattform einheitlich verwaltet werden können.
Weitere Übernahmen oder Produktintegrationen sind bereits Teil der längerfristigen Strategie. SEPPmail kündigt an, das Angebot schrittweise um zusätzliche Lösungen zu erweitern und dabei weiterhin auf europäische Technologiepartner zu setzen.
(red/SEPPmail)