Teures Ende

SAP zahlt: Langer Rechtsstreit mit Teradata beigelegt

SAP
Bildquelle: Kittyfly / Shutterstock.com

SAP und Teradata haben ihren jahrelangen Rechtsstreit mit einem Vergleich in Höhe von 480 Millionen Dollar beendet.

Das geht aus einer SEC-Meldung hervor, die vergangenen Monat eingereicht wurde. Demnach einigten sich beide Unternehmen darauf, „alle vergangenen und anhängigen Rechtsstreitigkeiten” beizulegen, einschließlich der Vorwürfe, SAP habe gegen das Kartellrecht verstoßen. Nach Abzug von Gebühren und vor Steuern erwartet Teradata einen Nettoerlös zwischen 355 und 362 Millionen Dollar.

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Gemeinsames Projekt als Ausgangspunkt

Der Konflikt geht auf ein Joint Venture aus dem Jahr 2008 zurück. Teradata warf SAP vor, die eigene Dominanz im ERP-Markt ausgenutzt zu haben, um sich anschließend im Bereich Data Warehousing auf Kosten des Partners zu bereichern, durch Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen, Urheberrechtsverletzungen und wettbewerbswidriges Verhalten. SAP bestritt die Vorwürfe und scheiterte 2018 mit dem Versuch, die Klage vorzeitig vom Tisch zu bekommen.

Gegenklagen und eskalierender Rechtsstreit

In den Folgejahren weitete sich der Streit erheblich aus. SAP reichte im Juli 2019 Gegenklagen wegen Patentverletzung ein. Teradata zog im August 2020 mit einer zweiten Klage nach, die Verstöße gegen vier US-Patente zum Gegenstand hatte. SAP legte seinerseits im Februar 2021 weitere Patentgegenklagen vor und verklagte Teradata zusätzlich in Deutschland wegen Verletzung eines deutschen Patents.

Im November 2021 wurden Teradatas Kartellrechtsklagen sowie ein Großteil der Klagen wegen Geschäftsgeheimnissen abgewiesen. Teradata legte Berufung ein, woraufhin ein dreiköpfiges Richtergremium im Februar 2024 mündliche Argumente anhörte. Danach einigten sich beide Seiten auf einen Teilvergleich.

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Im Dezember 2024 hob ein Gericht eine frühere Entscheidung gegen Teradata auf. SAPs Antrag auf eine erneute Anhörung scheiterte ebenso wie der anschließende Versuch, den Fall vor den Supreme Court zu bringen. Ein Geschworenenprozess war für Ende März 2026 angesetzt gewesen.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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