Tokenausgaben

Salesforce: Claude-Nutzung für gedämpfte Margenprognose verantwortlich

Salesforce
Bildquelle: Sundry Photography / Shutterstock

Salesforce konnte seine Margenprognose laut Angaben bei einer Investorenkonferenz in der vergangenen Woche nicht anheben, weil das Unternehmen erhebliche Summen für die Nutzung von Anthropics Modell Claude ausgibt.

Nach den eigenen Quartalszahlen liegt die operative Marge nach Bilanzierungsregeln im zweiten Quartal (Ende Juli) bei 20,5 Prozent, die Prognose für das Gesamtjahr jedoch nur bei 20,1 Prozent. Mike Spencer, stellvertretender Finanzchef und Leiter des Finanzbereichs bei Salesforce, erklärte auf der Deutsche Bank Technology Conference, die Ausgaben für Anthropic, mit dem Salesforce inzwischen eine neue Partnerschaft eingegangen ist, reichten aus, um die Erwartungen der Investoren mit Blick auf die Margenentwicklung entsprechend einzuordnen. Spencer führte dazu aus:

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Ein Teil des Grundes, warum die Margenprognose für das Jahr nicht angehoben worden sei, liege darin, dass das Unternehmen einen Teil der entstandenen Tokenausgaben selbst auffangen müsse. Bereits im Mai hatte Salesforce-Chef Marc Benioff im Podcast All-In erklärt, das Unternehmen habe für das Jahr 2026 Ausgaben von rund 300 Millionen US-Dollar bei Anthropic eingeplant. Die enge Zusammenarbeit beider Unternehmen zeigte sich zuletzt auch öffentlich: Bei der Vorstellung der Quartalszahlen präsentierten Salesforce und Anthropic gemeinsam Claudeforce, eine gemeinsam entwickelte Oberfläche, die Claudes Fähigkeiten zum logischen Schlussfolgern direkt mit den Daten, Arbeitsabläufen und Berechtigungen von Salesforce verknüpft.

„Vor rund sechs Monaten haben wir Claude in unserem F&E-Zyklus losgelassen.“

Mike Spencer, stellvertretender Finanzchef und Leiter des Finanzbereichs bei Salesforce

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Salesforce: Gezielte Auswahl günstigerer Modelle als Gegenmaßnahme

Nach Angaben von Spencer arbeitet Salesforce inzwischen aktiv daran, aus den eigenen KI-Ausgaben mehr Gegenwert herauszuholen, unter anderem indem gezielter ausgewählt wird, welches Modell für welche konkrete Aufgabe tatsächlich benötigt wird. Für die große Mehrheit der Aufgaben reiche demnach bereits ein älteres, günstigeres Modell der zweiten oder dritten Generation aus, lediglich bei bestimmten anspruchsvolleren Aufgaben in der Softwareentwicklung sei der Einsatz der jeweils neuesten Modellgeneration tatsächlich erforderlich. Diese Optimierung erstrecke sich dabei auch über verschiedene Anbieter hinweg, intern nutze Salesforce neben Claude auch Modelle von OpenAI sowie das Programmierwerkzeug Cursor.

Salesforce steht mit dieser Kostenoptimierung nicht allein da: Auch andere Unternehmen versuchen zunehmend, ihre KI-Ausgaben gezielter zu steuern, um dem sogenannten Tokenmaxxing, einem unkontrollierten Anstieg der KI-bezogenen Betriebskosten, entgegenzuwirken. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Gartner könnten die Kosten für KI-gestützte Programmierassistenten in manchen Weltregionen schon bald das Gehalt eines menschlichen Entwicklers übersteigen.

(red)

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