Das deutsche ZenDiS öffnet die Office-Suite und Microsoft 360-Alternative openDesk erstmals für private Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister.
Das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) hat am 23. September ein neues Partnerprogramm für seine quelloffene Office- und Kollaborationssuite openDesk gestartet. Erstmals können damit neben öffentlichen IT-Dienstleistern auch privatwirtschaftliche Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister eigene openDesk-Enterprise-Angebote aufbauen.
Drei neue Partnerkategorien
Mit dem Partnerprogramm bindet das ZenDiS gezielt souveräne Cloud-Anbieter sowie erfahrene Distributoren und Integratoren aus der Privatwirtschaft in die Vermarktung der Suite ein, um den Rollout in Verwaltung und Wirtschaft zu beschleunigen. Ausgeschrieben werden drei Partnerkategorien: Official Distributor für vom ZenDiS autorisierte Value-Add-Distributoren, die private Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister mit openDesk-Subskriptionen versorgen; Approved Sovereign Service Provider für Cloud-Anbieter, die openDesk als Software-as-a-Service-Angebot bereitstellen; sowie Approved System Integrator für Full-Service-IT-Dienstleister mit nachgewiesener Open-Source- und Kubernetes-Expertise. In den kommenden Wochen soll zudem die Kategorie Approved Consulting Partner für Beratungsleistungen rund um openDesk hinzukommen.
Strenge Anforderungen für Cloud-Anbieter
Da sich das ZenDiS zu 100 Prozent in der Hand des Bundes befindet, müssen sich interessierte Partner einem offiziellen Zulassungsverfahren unterziehen. Für Cloud-Service-Provider gelten dabei strikte Anforderungen an Sicherheit und Souveränität, etwa ein BSI-C5-Testat sowie Stufe 3 des European Cloud Sovereignty Frameworks. Auch ohne Erfüllung dieser herausgehobenen Eignungskriterien können privatwirtschaftliche IT-Dienstleister künftig Angebote auf Basis der openDesk-Enterprise-Edition aufbauen, betreut über die offiziellen Value-Add-Distributoren, ohne eigenes Zulassungsverfahren. Pamela Krosta-Hartl, Geschäftsführerin des ZenDiS, erklärt dazu:
„Mit dem openDesk-Partnerprogramm liefern wir eine Antwort auf die enorme Nachfrage nach unserer souveränen Office- und Kollaborationssuite. Kunden aus Verwaltung und Wirtschaft können künftig aus einer Vielzahl professioneller Angebote wählen und ihre Souveränitätsprojekte bedarfsgerecht umsetzen.“
Pamela Krosta-Hartl, Geschäftsführerin des ZenDiS
Auch Kooperation mit öffentlichen Anbietern ausgebaut
Parallel zum neuen Partnerprogramm für die Privatwirtschaft intensiviert das ZenDiS die Zusammenarbeit mit öffentlichen IT-Dienstleistern. Gemeinsam mit der Genossenschaft govdigital ist etwa der Aufbau eines openDesk-SaaS-Angebots geplant, das über den Marktplatz Deutschland Digital und den gd.Cloud-Broker bereitgestellt werden soll, sodass govdigital-Mitglieder openDesk künftig über bestehende Beschaffungsstrukturen nutzen könnten.
Weitere europäische Alternativen
Neben openDesk entstehen derzeit weitere europäische Alternativen zu Microsoft 365: Euro-Office, entwickelt von einem Konsortium europäischer Unternehmen, bringt in Kürze eine eigene Desktop-App auf den Markt, nachdem die Anwendung bislang nur über den Browser verfügbar war. Die jüngste Version von LibreOffice, das bewusst auf KI-Funktionen verzichtet und von der Open Document Foundation entwickelt wird, wurde in der ersten Woche nach Veröffentlichung bereits mehr als eine Million Mal heruntergeladen.
(red)