Komponenten knapper

Notebooks werden wohl spürbar teurer werden

Notebook
Bildquelle: New Africa/Shuttertock.com

Steigende Speicher- und CPU-Preise setzen die Notebook-Branche unter Druck. Laut TrendForce könnten Mainstream-Geräte deutlich teurer werden.

Der globale Notebook-Markt steht 2026 vor einer schwierigen Lage: Schwache Nachfrage trifft auf massiv steigende Komponentenkosten. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Marktforschungsunternehmens TrendForce hervor. Neben deutlich teureren Speichermodulen zieht nun auch der CPU-Preis an, mit spürbaren Folgen für den Endverbraucher.

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Speicherpreise sprengen die Kalkulation

Seit Anfang 2026 hat sich die Versorgungslage bei DRAM und NAND-Flash erheblich verschlechtert. Preise sind deutlich gestiegen, bei einzelnen Komponenten häufen sich Engpässe. Das erschwert die Beschaffungsplanung der Notebook-Hersteller erheblich.

Als Rechenbeispiel zieht TrendForce ein Mainstream-Notebook mit einem UVP von 900 US-Dollar aus dem ersten Quartal 2025 heran. Unter normalen Marktbedingungen machen DRAM und SSD rund 15 Prozent der Herstellungskosten aus. Nach mehreren Quartalen mit stark steigenden Speicherpreisen soll dieser Anteil im ersten Quartal 2026 auf über 30 Prozent ansteigen. Um die bisherigen Margen in der gesamten Lieferkette zu erhalten, müsste der Verkaufspreis allein dadurch um mehr als 30 Prozent steigen.

Intel erhöht CPU-Preise, AMD unter Druck

Die Speicherkosten sind jedoch nicht das einzige Problem. Laut TrendForce hat Intel bereits die Preise für bestimmte Einstiegs- und ältere Notebook-Prozessoren um mehr als 15 Prozent angehoben. Für das zweite Quartal 2026 sind weitere Erhöhungen im Mainstream- und gehobenen Segment geplant.

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Da CPUs bereits einen der größten Kostenblöcke in der Notebook-Fertigung darstellen, verstärkt das den Druck erheblich. Kombiniert man die steigenden Speicher- und CPU-Preise, könnte deren gemeinsamer Anteil an den Gesamtherstellungskosten von rund 45 auf etwa 58 Prozent klettern, was die eingangs erwähnten Preissteigerungen von knapp 40 Prozent erklären würde, sofern Hersteller und Händler ihre Margen nicht antasten.

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Engpässe nicht nur beim Preis

Neben den reinen Preiserhöhungen gerät auch die Versorgungsstabilität ins Wanken. Die wachsende Nachfrage nach KI-Rechenleistung führt dazu, dass fortgeschrittene Fertigungs- und Packaging-Kapazitäten zunehmend für Hochleistungsprodukte reserviert werden. Einstiegs-CPUs rücken dabei in den Hintergrund, die Verfügbarkeit bestimmter Intel-Plattformen im unteren Preissegment wird dadurch knapper.

Große Notebook-Hersteller mit langjährigen Lieferbeziehungen und hohen Abnahmemengen dürften stabile Zuteilungen und günstigere Konditionen sichern können. Kleinere Anbieter hingegen sind stärker dem Risiko ausgesetzt, von Preiserhöhungen und Lieferengpässen gleichzeitig getroffen zu werden.

Auch AMD bleibt von der angespannten Lage nicht verschont. Zwar haben viele Hersteller zuletzt verstärkt auf Mehrplattform-Strategien gesetzt, was AMDs Marktanteil zugutekam. Berichten zufolge zeichnen sich nun aber auch bei einigen AMD-Einstiegsplattformen erste Engpässe ab.

TrendForce kommt zu dem Schluss, dass die Entwicklung der Speicherversorgung und die CPU-Preispolitik in den kommenden Quartalen die entscheidenden Faktoren für den globalen Notebook-Markt sein werden, sowohl was Absatzzahlen als auch die Wettbewerbsposition einzelner Hersteller betrifft.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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