Bedenken wegen unveränderlicher Identitätsdaten

Europas Alternative zu X: Neue Plattform W verlangt Ausweis und Gesichtsscan

Cybersecurity

Die neue europäische Plattform W will Bots per Ausweis-Verifizierung bekämpfen. Sicherheitsforscher warnen vor Risiken für den Datenschutz.

Die neue europäische Plattform W soll als Alternative zum sozialen Netzwerk X aufgebaut werden, um automatisierte Bot-Aktivitäten und gezielte Desinformation einzudämmen. Der Registrierungsprozess sieht vor, dass die Erstellung von Beiträgen und Kommentaren an einen Identitätsnachweis gekoppelt ist. Die reine Lese-Nutzung sowie das Folgen von Konten stehen allen Anwendern auch ohne Verifizierung offen. Wer sich jedoch aktiv beteiligen möchte, muss über die separate Begleit-App W Identity Ausweisdokumente oder Reisepassnummern sowie biometrische Daten in Form von Selfies übermitteln. Die Plattform bietet dabei die Option, die eigene Identität öffentlich zu anonymisieren.

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Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Ingmar Rentzhog werden sämtliche biometrischen Informationen und Dokumente unmittelbar nach Abschluss der Prüfung von den zentralen Servern gelöscht. Durch den dezentralen Aufbau der Anwendung W Identity verbleiben diese Daten lokal auf dem Endgerät des Nutzers. Die eigentliche Social-Media-Plattform erhalte laut Betreiber keinen Zugriff auf diese Datensätze, solange der Anwender der Freigabe nicht explizit zustimmt.

Bedenken wegen unveränderlicher Identitätsdaten bei W

Sicherheitsforscher äußern dennoch deutliche Bedenken hinsichtlich der Verarbeitung sensibler und unveränderlicher Merkmale. Da biometrische Merkmale und Passnummern im Falle eines Diebstahls im Gegensatz zu herkömmlichen Passwörtern nicht ausgetauscht werden können, stellen sie ein dauerhaftes Ziel für kriminelle Aktivitäten wie Identitätsdiebstahl oder Kreditbetrug dar.

Als konkretes Beispiel verweisen Experten auf die Anwendung Tea, bei der trotz einer vertraglichen Löschungszusage nach einer Datenpanne tausende Ausweisfotos in einer frei zugänglichen Datenbank gefunden wurden. IT-Sicherheitsforscher Arnoldas Radišauskas erklärte dazu:

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„Wir haben genau dieses Modell immer und immer wieder scheitern sehen. Tea versprach, Ausweise nach der Verifizierung zu löschen, doch jahrelange Pässe und Selfies tauchten in einer offenen Datenbank auf.“

IT-Sicherheitsforscher Arnoldas Radišauskas

(red)

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