Der Venezolaner stand auf der FBI-Liste der zehn meistgesuchten Personen. Er soll Geldautomaten-Angriffe von Tren de Aragua angeführt haben.
Mutmaßlicher Ploutus-Entwickler festgenommen

US-Behörden haben den mutmaßlichen Entwickler der Geldautomaten-Schadsoftware Ploutus festgenommen. Der 50-jährige Venezolaner Anibal Alexander Canelon Aguirre, auch bekannt als „Prometheus“ und „The Engineer“, erschien am 2. Oktober vor einem US-Gericht. Er bekannte sich nicht schuldig und bleibt bis zum Prozess in Haft. Wie er gefasst wurde, haben die Behörden nicht mitgeteilt. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Erster Eintrag wegen Cyberkriminalität
Canelon Aguirre stand seit März 2026 auf der Liste der zehn meistgesuchten Flüchtigen des FBI. Er war die erste Person, die wegen Cyberkriminalität in diese Liste aufgenommen wurde. In der vergangenen Woche hatte ihn zudem das US-Finanzministerium mit Sanktionen belegt. Bereits im Dezember 2025 war er in den USA zusammen mit 21 weiteren Personen wegen Bankeinbruchs, Betrugs und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagt worden.
Geldautomaten in 47 Bundesstaaten
Nach Angaben der US-Behörden gehört Canelon Aguirre zu den Drahtziehern der sogenannten Jackpotting-Angriffe der venezolanischen kriminellen Organisation Tren de Aragua. Die Gruppe wird für solche Angriffe in 47 US-Bundesstaaten, im District of Columbia und im Ausland verantwortlich gemacht. Die US-Regierung stuft Tren de Aragua als gewalttätige transnationale Organisation ein, die unter anderem im Menschen- und Drogenhandel, in Raub, Betrug und Erpressung tätig ist.
Bei den Angriffen nutzten die Täter Schwachstellen in Geldautomaten aus, um Ploutus aufzuspielen. Die Schadsoftware bringt die Automaten dazu, Bargeld auszugeben, ohne dass Konten belastet werden. Sie enthielt Funktionen gegen forensische Analysen und konnte sich selbst von den infizierten Systemen löschen.
120 Angeklagte
Im Zusammenhang mit der Verschwörung sind bislang 120 Personen angeklagt. Drei von ihnen wurden bereits zu Haftstrafen verurteilt: Oddry Arnoldo Cabrera Torrealba, Carlos Javier Padron und Juan Manuel Gouveia Aguilera.
(red)




