Eigene Hardware-Zuweisung

Multikernel Technologies veröffentlicht erste öffentliche Version von mklinux

Linux
Bildquelle: Stanislaw Mikulski / Shutterstock.com

Multikernel Technologies hat mit mklinux v7.0-mk2 die erste öffentlich verfügbare Version seines Multikernel-Linux-Zweigs veröffentlicht.

Bei mklinux handelt es sich nicht um ein eigenständiges, von Grund auf neu entwickeltes System, sondern um einen direkten Fork des regulären Linux-Kernels, ergänzt um zahlreiche Patches, die diese Form der parallelen Ausführung ermöglichen. Dabei übernimmt jeweils ein Kernel die Rolle des sogenannten Host-Kernels und verwaltet die Prozessoren, den Arbeitsspeicher sowie die PCI-Geräte der Maschine.

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Startet dieser Host-Kernel eine neue Kernel-Instanz, erhält diese einen eigenen, fest zugewiesenen Hardware-Ausschnitt und startet über den Linux-eigenen Kexec-Mechanismus direkt in diesen hinein, statt wie bei einer klassischen virtuellen Maschine unter einem Hypervisor zu laufen. Der Host verfolgt diese Zuweisungen über sogenannte Device-Tree-Overlays im Verzeichnis /sys/fs/multikernel/ und kann Hardware zwischen aktiv laufenden Instanzen verschieben, ohne dass dafür ein Neustart nötig wäre. Projektentwickler Cong Wang von Multikernel Technologies beschrieb das Grundprinzip so:

„mklinux erlaubt es einer einzelnen Maschine, mehrere unabhängige Linux-Kernel gleichzeitig auszuführen.“

Cong Wang, Projektentwickler von Multikernel Technologies

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Nichts werde dabei emuliert und nichts abgefangen, geteilt werde ausschließlich das, was der Nutzer selbst bewusst freigebe.

Weder klassische virtuelle Maschine noch gewöhnlicher Container

Damit unterscheidet sich der Ansatz sowohl von klassischen virtuellen Maschinen als auch von Containern. Bei einer virtuellen Maschine liegen weiterhin ein Hypervisor sowie ein Host-Kernel zwischen Anwendung und tatsächlicher Hardware. Ein Container verzichtet zwar auf den Hypervisor, sämtliche Mandanten auf derselben Maschine teilen sich dabei jedoch weiterhin einen einzigen Kernel. Bei mklinux entfällt dagegen sowohl der zusätzliche Übergang beim Verlassen einer virtuellen Maschine als auch eine zweite Ebene von Seitentabellen sowie ein eigenes Gerätemodell, da jede Kernel-Instanz mit eigenen, tatsächlich zugewiesenen physischen Prozessoren, eigenem Speicher und eigenen Geräten arbeitet.

Die aktuelle Version unterstützt bislang ausschließlich die x86_64-Architektur, laut Multikernel Technologies ist der architekturspezifische Code jedoch bereits so modular aufgebaut, dass weitere Portierungen auf andere Architekturen künftig folgen könnten. Wichtig zur Einordnung: Das aktuelle mklinux-Projekt hat nach Angaben der Entwickler keinen Bezug zum gleichnamigen, historischen MkLinux, einer früheren Portierung von Linux auf PowerPC-basierte Apple-Macintosh-Systeme.

Kommerzielle Produkte bereits auf Basis des Kernel-Zweigs

Auf Grundlage des mklinux-Kernel-Zweigs bietet Multikernel Technologies bereits mehrere kommerzielle Produkte an. Dazu zählt eine Lösung zum Betrieb von KI-Agenten in einem eigenen, isolierten Kernel mit direktem Zugriff auf Grafikprozessoren, sowie ein weiteres Produkt, das verspricht, einen laufenden Kernel im laufenden Betrieb patchen zu können, ohne das Gesamtsystem dafür herunterfahren zu müssen. Der Quellcode von mklinux ist öffentlich auf GitHub verfügbar, ergänzt um eine Einstiegsanleitung für Interessierte, die die Technologie selbst ausprobieren möchten.

(red)

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