Ein Entwickler hat Microsoft Word für Windows 1.1a aus dem Jahr 1990 auf 64-Bit portiert, sodass es nativ unter Windows 11 läuft.
Wie der Entwickler mit dem Pseudonym JMarshall23 auf der Plattform GitHub mitteilte, nutzte er dafür den ursprünglichen Quellcode und die zugehörigen Ressourcen von Word 1.1a. Da die Originalversion für 16-Bit-Systeme mit segmentiertem Speicher und der Win16-Plattform ausgelegt war, musste der Entwickler zahlreiche Anpassungen vornehmen, unter anderem an der alten 16-Bit-Assembler-Programmierung. Anders als bei einer bloßen Emulation handelt es sich dem Bericht zufolge tatsächlich um eine echte, native 64-Bit-Windows-Version der jahrzehntealten Textverarbeitung.
Word 1.1a war ursprünglich für Prozessoren mit Taktraten im niedrigen einstelligen Megahertz-Bereich ausgelegt und kam nach Berichten bereits mit gerade einmal 1 Megabyte Arbeitsspeicher aus, ein deutlicher Kontrast zu den heute üblichen 8, 16 oder 32 Gigabyte.
Grundlage ist ein 2014 veröffentlichter Quellcode
Möglich wurde der Port durch den vollständigen Quellcode von Word 1.1a, den das kalifornische Computer History Museum bereits 2014 öffentlich zugänglich gemacht hatte. Der x64-Port steht dabei nicht als fertiges, direkt herunterladbares Programm zur Verfügung. Stattdessen veröffentlichte der Entwickler auf GitHub lediglich den Code sowie eine Anleitung, mit der sich die lauffähige Version selbst kompilieren lässt. Wer den Port ausprobieren möchte, benötigt dafür Microsofts Entwicklungsumgebung Visual Studio 2022, das Software Development Kit für Windows 10 oder 11 sowie die Werkzeuge CMake und PowerShell. Das Projekt richtet sich damit in erster Linie an Entwickler und Retro-Computing-Enthusiasten, nicht an gewöhnliche Word-Nutzer.
Rechtlich bleibt die Nutzung zudem eingeschränkt: Die Lizenz des Computer History Museum erlaubt lediglich eine nicht-kommerzielle Nutzung des Quellcodes, eine freie Weiterverbreitung oder ein Verkauf sind nicht gestattet.
(red)