Microsoft hat auf der IFA 2026 in Berlin bestätigt, an kürzeren Startzeiten sowie einer verbesserten Leistung von Windows 11 auf Rechnern mit nur 8 Gigabyte Arbeitsspeicher zu arbeiten.
Mark Linton, Corporate Vice President für Windows & Devices bei Microsoft, erklärte dazu:
„Wir haben deutliche Fortschritte bei Dingen wie der Bootzeit und der Reaktionsfähigkeit von Windows Hello erzielt.“
Mark Linton, Corporate Vice President für Windows & Devices bei Microsoft
Selbst auf modernen Rechnern mit schnellen M.2-PCIe-NVMe-SSDs benötigt Windows 11 nach dem Start aktuell noch mehrere Sekunden, bis der Startbildschirm tatsächlich erscheint. Zur Optimierung für Geräte mit weniger Arbeitsspeicher erklärte Linton zudem, man arbeite daran, dass 8 Gigabyte Arbeitsspeicher künftig ebenfalls hervorragend auf entsprechenden Maschinen funktionierten. Windows-Chef Pavan Davuluri hatte bereits am 31. Juli die Speicheroptimierung für Geräte mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher und mehr als eine von vier zentralen Prioritäten für Windows bis Ende 2026 benannt, mit dem Ziel, den Speicherbedarf des Betriebssystems selbst zu senken.
Hintergrund der Ankündigung ist eine anhaltende Speicherchip-Knappheit, die zahlreiche Laptop-Hersteller dazu bewogen hat, Einstiegs- und Mittelklasse-Notebooks wieder standardmäßig mit 8 statt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher auszuliefern. Ein Test eines mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestatteten Dell XPS 13 ergab dabei, dass Windows 11 bereits unmittelbar nach dem Systemstart rund 70 Prozent des verfügbaren Arbeitsspeichers belegte, noch bevor eine einzige Anwendung oder ein Browser-Tab überhaupt geöffnet wurde.
Microsoft-Beobachter mahnen zur Vorsicht angesichts fehlender Belege
Mehrere Fachmedien reagierten auf die Ankündigung mit gemischter, teils skeptischer Zurückhaltung. Microsofts eigenes Surface-Notebook mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher hatte laut einem im Juli veröffentlichten Testbericht selbst bereits Schwierigkeiten bei Teams-Anrufen sowie Aussetzer bei einfacher Arbeit in Google Docs gezeigt, weshalb bislang wenig belastbare Hinweise auf einen tatsächlich deutlich gesenkten Speicherbedarf oder eine grundsätzliche Erneuerung nativer Systemanwendungen vorliegen. Auch anhaltende, durch fehlerhafte Updates verursachte Probleme, darunter ein mit Spieleabstürzen und unerwarteten Neustarts in Verbindung gebrachtes Update vom August, relativieren nach Einschätzung von Beobachtern das Ausmaß der bislang erzielten Fortschritte. Eine offizielle durchschnittliche Bootzeit für Windows 11 nennt Microsoft weiterhin nicht, empfiehlt Geräteherstellern jedoch, den Startbildschirm ohne Berücksichtigung der eigentlichen BIOS-Initialisierung innerhalb von 15 Sekunden zu erreichen.
Bereits umgesetzt wurden nach Angaben mehrerer Quellen einzelne kleinere Verbesserungen, etwa die Möglichkeit, Taskleiste und Startmenü flexibler anzupassen sowie einzelne Bereiche der Suche gezielt auszublenden. Weitere angekündigte Verbesserungen wie ein schnellerer Einrichtungsvorgang, vereinfachte Kindersicherung sowie ein zuverlässigerer Datei-Explorer befinden sich laut Berichten bislang größtenteils noch im Vorschaustadium.
(red)