Monitoring

Microsoft integriert Sysmon nativ in Windows

yberangriffe, Cyberattacken, Windows, Microsoft

Nach Jahren des manuellen Nachinstallierens wird das beliebte Monitoring-Tool Sysmon Teil von Windows. Für IT-Sicherheitsverantwortliche bedeutet das eine deutliche Arbeitserleichterung.

Microsoft hat in dieser Woche eine Ankündigung wahr gemacht, die in IT-Sicherheitskreisen für Erleichterung sorgt: Das Monitoring-Werkzeug Sysmon wird direkt in Windows 11 integriert. Die Funktionalität ist bereits in den Insider-Builds 26300.7733 (Dev-Kanal) und 26220.7752 (Beta-Kanal) verfügbar.

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Was ist Sysmon und warum ist es wichtig?

Sysmon, kurz für “System Monitor”, ist ein Systemdienst, der tiefgreifende Einblicke in Windows-Systeme ermöglicht. Anders als die Standard-Windows-Protokollierung erfasst Sysmon deutlich detailliertere Informationen über Prozesse, Netzwerkverbindungen, Dateizugriffe und Registry-Änderungen, und das bereits beim Systemstart.

In der Praxis bedeutet das: Während Windows normalerweise nur registriert, dass ein Programm gestartet wurde, protokolliert Sysmon zusätzlich, welche Kommandozeilenparameter verwendet wurden, welche DLLs geladen wurden und welche Netzwerkverbindungen das Programm aufbaut. Diese granularen Daten sind Gold wert für die Sicherheitsanalyse.

Unverzichtbar für IT-Sicherheit

Für Sicherheitsteams ist Sysmon seit Jahren ein unverzichtbares Werkzeug. Mark Russinovich, technischer Fellow bei Microsoft und Schöpfer der Sysinternals-Suite, zu der Sysmon gehört, betont dessen Bedeutung: Das Tool helfe dabei, gestohlene Zugangsdaten aufzuspüren, verdeckte Angriffsbewegungen im Netzwerk zu erkennen und forensische Analysen nach Sicherheitsvorfällen durchzuführen.

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Konkret ermöglicht Sysmon beispielsweise die Erkennung von Pass-the-Hash-Angriffen, bei denen Angreifer gestohlene Passwort-Hashes verwenden, oder das Aufspüren von PowerShell-basierten Angriffen, die oft keine Spuren in herkömmlichen Logs hinterlassen. Die detaillierten Ereignisdaten werden typischerweise an SIEM-Systeme (Security Information and Event Management) weitergeleitet, wo sie automatisiert auf Angriffsmuster analysiert werden.

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Das bisherige Problem: Deployment-Albtraum

So wertvoll Sysmon auch ist, seine Verbreitung hatte einen Haken: Administratoren mussten das Tool manuell auf jedem System installieren und pflegen. In Unternehmensumgebungen mit Tausenden von Rechnern bedeutete das erheblichen Aufwand. Zudem gab es bislang keinen offiziellen Microsoft-Support für Sysmon in Produktionsumgebungen, was viele IT-Abteilungen zögern ließ.

Die native Integration löst beide Probleme auf einen Schlag. Sysmon ist nun Bestandteil des Betriebssystems, wird über die üblichen Windows-Update-Mechanismen aktualisiert und ist offiziell supportet.

Aktivierung über PowerShell

Die neue Funktionalität ist standardmäßig deaktiviert und muss über PowerShell-Befehle aktiviert werden. Administratoren, die bereits Sysmon einsetzen, müssen ihre bestehende Installation zunächst entfernen, bevor die integrierte Version genutzt werden kann. Die Konfiguration erfolgt weiterhin über XML-Dateien, sodass bestehende Sysmon-Konfigurationen übernommen werden können.

Lars

Becker

Stellvertretender Chefredakteur

IT Verlag GmbH

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